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Kleine Einkommen entlasten : Forscher fordern weniger Steuern

Weniger Geld ans Finanzamt: die führenden Wirtschaftsforscher wollen eine Steuerreform Bild: dpa

Die führenden deutschen Konjunkturforscher drängen die Regierung dazu, Einkommen weniger zu besteuern. Außerdem erwarten sie mehr Wirtschaftswachstum in Deutschland.

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          Die führenden deutschen Konjunkturforschungs-Institute machen sich dafür stark, die Einkommensteuer zu reformieren. Der Steuertarif solle abgeflacht und der „Mittelstandsbauch“ beseitigt werden, hat die Frankfurter Allgemeine Zeitung aus dem Kreis der mit dem neuen Gutachten vertrauten Personen erfahren, das am Donnerstag vorgelegt wird.

          Johannes Pennekamp
          Verantwortlicher Redakteur für Wirtschaftsberichterstattung.

          Der „Mittelstandsbauch“ bezeichnet eine Wölbung im Verlauf des Steuertarifs, die dadurch entsteht, dass der Steuertarif im unteren Bereich der Einkommensskala stärker steigt als in oberen Bereichen. Von einer Glättung des Tarifs würden in der Konsequenz vor allem die Bezieher von kleinen und mittleren Einkommen profitieren. Spielraum für eine solche Reform sei vorhanden, da der Bund nach Ansicht der Institute in den kommenden beiden Jahren Haushaltsüberschüsse erzielen wird.

          Zur lockeren Geldpolitik der Europäischen Zentralbank, die im März angefangen hat, im großen Stil Staatsanleihen aufzukaufen, äußern sich die Ökonomen distanziert. Sie warnen aber nicht vor akuten Gefahren einer Blasenbildungen auf Immobilien- oder Aktienmärkten.

          Nach Informationen der F.A.Z. rechnen die Ökonomen mit wieder höheren Teuerungsraten. Nach 0,5 Prozent in diesem Jahr werden die Verbraucherpreise laut Prognose 2016 um 1,3 Prozent steigen. Ihre Wirtschaftswachstumsprognose für das laufenden Jahr haben die Forscher überraschend deutlich auf 2,1 Prozent des Bruttoinlandproduktes (BIP) angehoben. Im Jahr 2016 rechnen sie mit 1,8 Prozent Zuwachs.

          Die Gemeinschaftsdiagnose dient der Bundesregierung als Grundlage für ihre Konjunkturprognose, die dementsprechend optimistisch ausfallen dürfte. Beteiligt sind an der Gemeinschaftsdiagnose vier Konsortien, zu denen das Münchener Ifo-Institut, das Essener RWI, das DIW in Berlin sowie das IWH in Halle gehören.

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