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Geldspritzen in der Krise : Notenbanken pumpen Milliarden in den Markt

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Hat zu außerordentlicher Wachsamkeit aufgerufen: EZB-Präsident Jean-Claude Trichet Bild: ddp

Auf die jüngste Zuspitzung der Bankenkrise reagierten führende Notenbanken mit milliardenschweren Liquditätsspritzen. Die EZB pumpte 30 Milliarden Euro in den Markt, die Bank von England 24,1 Milliarden Pfund. Doch die erhoffte Entspannung blieb aus.

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          Angesichts der jüngsten Zuspitzung der amerikanischen Bankenkrise haben führende Notenbanken mit milliardenschweren Liquditätsspritzen reagiert. Eine grundlegende Entspannung am Geldmarkt konnte dadurch allerdings nicht erreicht werden.

          Die Europäische Zentralbank (EZB) versorgte die Geschäftsbanken des Euro-Raums am Montag kurzfristig mit liquiden Mitteln von 30 Milliarden Euro. Auch die Bank von England stellte in einem Drei-Tages-Geschäft umgerechnet 6,3 Milliarden Euro bereit. Die Geldmarktsätze blieben am Mittag aber weiter erhöht.

          Die Notenbank beobachte die Bedingungen am Geldmarkt des Euro-Raums genau und stehe bereit, um zu geordneten Bedingungen am Euro-Geldmarkt beizutragen, erklärte die Zentralbank. EZB-Präsident Jean-Claude Trichet rief angesichts der Turbulenzen an den Finanzmärkten zu außerordentlicher Wachsamkeit auf. Preisstabilität sei eine Voraussetzung für Finanzstabilität, sagte Trichet am Montag in Frankfurt. Derzeit sei kein Raum für Selbstzufriedenheit, sondern für dauernde und glaubwürdige Aufmerksamkeit. Europa könne sich aber darauf verlassen, dass seine Zentralbank Preisstabilität gewährleiste.

          „Die Zinssätze am Geldmarkt sind weiter deutlich erhöht“, sagte Geldhändler Ronald Tharun von der Landesbank Rheinland-Pfalz mit Blick auf die Auswirkungen des Schnelltenders der EZB. Bei einem Leitzins von 4,25 Prozent im Euro-Raum koste Liquidität kurzfristig weiter gut 4,5 Prozent. „Ein Ruck durch die Märkte ist nicht zu spüren“, sagte Tharun.

          Bei der Liquiditätsspritze der EZB lag das höchste Gebot bei 4,70 Prozent. Der Durchschnittszins des Refis lag nach Angaben der EZB bei 4,39 Prozent. Der Marginalsatz - der niedrigste Satz, zu dem noch Gebote angenommen werden - betrug 4,30 Prozent. Die 51 Bieter hätten Gebote über insgesamt 90,27 Milliarden Euro abgegeben.

          Der am Montagmorgen aufgelegte Schnelltender war 4,8-fach überzeichnet. Die Zuteilungsquote von 20,75 Prozent bewegt sich allerdings in der Nähe bisheriger außerordentlicher Refinanzierungsgeschäfte der Notenbank.

          Die Bank von England sagte zur Begründung der Auflage des Tenders, das Geschäft ziele auf die Lage am kurzen Ende des Geldmarkts ab. Gemeinsam mit anderen Notenbanken werde die Notenbank alle Entwicklungen genau beobachten.

          Zu Teil 4: Die Reaktion der deutschen Politik: Finanzministerium, Bafin und Bundesbank

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