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Geldpolitik : EZB erwägt offenbar negativen Zins

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Werden künftig Banken bestraft, die ihr Geld lieber bei der EZB parken, anstatt es weiterzuverleihen? Bild: dpa

Wie weit geht die EZB in der Niedrigzinspolitik? Eine Nachrichtenagentur meldet, dass es schon Überlegungen gibt, wie genau ein negativer Einlagensatz aussehen könnte, also ein Strafzins für Banken, die ihr Geld bei der EZB parken.

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          Die Europäische Zentralbank (EZB) zieht offenbar in Betracht den Einlagensatz erstmals in der Geschichte in den Negativbereich zu drücken. Das jedenfalls geht aus einem Bericht der Nachrichtenagentur Bloomberg hervor. In dem Bericht werden zwei „mit der Debatte vertraute“ Personen zitiert, die sagen: Falls die EZB den Zins noch einmal senken sollte, dann in einem kleineren Zinsschritt als üblich und zwar von derzeit null auf dann minus 0,1 Prozent.

          Die Überlegung klingt wie eine theoretische. Doch allein, dass ans Licht kommt, dass sich die Zentralbank schon mit einer solchen hypothetischen Situation auseinandersetzt dürfte die Banken nicht gerade in Entzücken versetzen. Denn ein Negativzins bestraft alle, die ihr Geld lieber sicher parken, statt weiterzuverleihen.

          Mit einer Zinssenkung auf minus 0,1 Prozent  würde die in Frankfurt ansässige Zentralbank von ihrem bisherigen Muster bei den Änderungen ihrer Leitzinsen abweichen. Bislang haben sich die Zinsschritte der EZB immer auf mindestens 25 Basispunkte belaufen.

          Durch eine Rücknahme des Einlagensatzes um weniger als ein Viertel Prozentpunkt könnte die EZB die neue Strategie testen und zugleich mögliche Störungen an den Finanzmärkten minimieren, erklärte eine der Personen weiter. Über das neue Konzept, das von Mitgliedern im EZB-Rat besprochen wurde, besteht den Kreisen zufolge aber noch kein Konsens. Ein Sprecher der EZB wollte keinen Kommentar abgeben.

          Anzeichen mehren sich

          Die EZB hatte ihren Leitzins in diesem Monat um 25 Basispunkte auf das Rekordtief von 0,25 Prozent gesenkt, ließ den Einlagensatz aber unverändert bei null Prozent. Nun mehren sich die Anzeichen dafür, dass die EZB einen Negativzins erwägt: EZB-Präsident Mario Draghi hatte schon  am 7. November gesagt, die Zentralbank sei „technisch” für einen negativen Einlagensatz bereit, wenn der Wirtschaftsausblick dies rechtfertigen sollte. Eine Woche später erklärte Direktoriumsmitglied Peter Praet in Hongkong, dass ein Satz unter null möglich sei.

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