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Geldpolitik : Amerikas Zentralbank wartet ab

Will an den Zinsen für einen „längeren Zeitraum” nichts ändern: Ben Bernake Bild: AFP

Zwei Jahre nach Ende der großen Rezession erholt sich Amerikas Wirtschaft noch immer nicht richtig. Die Notenbank senkt abermals ihre Konjunkturprognose. Die Erholung verläuft „frustrierend langsam“, sagt Fed-Chef Bernanke.

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          Die amerikanische Zentralbank Federal Reserve hat ihre Wachstumseinschätzung deutlich zurückgenommen, aber keine Signale für eine weitere Lockerung der Geldpolitik gegeben. Spekulationen an den Finanzmärkten, die Federal Reserve könne in den kommenden Monaten einen weiteren Ankauf von Staatsanleihen beginnen, entzog der Vorsitzende der Federal Reserve, Ben Bernanke, in Washington vor Journalisten zumindest vorerst den Boden.

          Patrick Welter

          Korrespondent für Wirtschaft und Politik in Japan mit Sitz in Tokio.

          Die Situation jetzt sei eine andere als im vergangenen Herbst, als die Federal Reserve einen Fall in die Deflation nicht ausschloss und eine zweite Runde des Ankaufs von Staatanleihen eingeleitet hatte. Das Deflationsrisiko gebe es heute nicht mehr, erklärte Bernanke. Auch sei die Entwicklung am Arbeitsmarkt kräftiger als noch 2010, wenngleich Bernanke sie immer noch als enttäuschend langsam bezeichnete.

          Bernanke: Griechenland-Pleite könnte auch amerikanische Finanzinstitute treffen

          In einem Schlenker zu Europa erklärte Bernanke in der Pressekonferenz, ein Fehlschlag bei der Eindämmung der Schuldenkrise wäre eine Bedrohung des europäischen und globalen Finanzsystems sowie der Integration in der Europäischen Union. Die möglichen Auswirkungen auf die Vereinigten Staaten wären „recht bedeutend“. Die direkten Forderungen amerikanischer Großbanken und Anlagefonds in den Peripherieländern im Euroraum sei gering. Indirekt könnten amerikanische Finanzinstitute aber durch ihre deutlich größeren Anlagen in europäischen Kernländern getroffen werden.

          Die Fed erneuerte die Zusage, den Leitzins auf ausgedehnte Zeit weiter bei 0 bis 0,25 Prozent halten zu wollen. Sie bekräftigte, den Ankauf von Staatsanleihen Ende Juni zu beenden. Die Zentralbank will danach weiterhin die Erträge aus den Wertpapieren in Staatsanleihen anlegen, um so ihre Bilanzsumme konstant und die Geldpolitik expansiv zu halten.

          Die Mitglieder des Offenmarktausschusses der Fed erwarten nur noch, dass die Wirtschaft der Vereinigten Staaten in diesem Jahr um 2,7 bis 2,9 Prozent und 2012 um 3,3 bis 3,7 Prozent wachsen wird. Die Prognose liegt damit rund 0,4 Prozentpunkte niedriger als noch im April. Im Gegenzug sieht die Fed eine höhere Inflationsrate

          Bernanke erklärte, dass ein Teil der wirtschaftlichen Abschwächung auf temporäre Faktoren zurückginge, wie die gestiegenen Energiepreise und Lieferunterbrechungen nach dem Erdbeben in Japan. Die Fed werde die weitere Entwicklung beobachten, um festzustellen, wie groß der nicht-vorübergehende Teil der Abschwächung sei. Die Inflationsentwicklung beunruhigt die Fed noch nicht sehr. Bernanke erwartet, dass diese mit dem Ausklingen des Ölpreissanstiegs wieder zurückgehen wird. Für das kommende Jahr rechnet die Fed mit einer Inflationsrate von 1,5 bis 2 Prozent, nach 2,3 bis 2,5 Prozent in diesem Jahr.

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