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Gehälterdebatte : Lammerts Pfeile

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Wieder hat sich Bundestagspräsident Norbert Lammert ebenso scharfzüngig wie pauschal Gehälterauswüchse der Wirtschaftseliten vorgenommen. Doch nicht jeder Pfeil trifft.

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          Wieder hat sich Bundestagspräsident Norbert Lammert ebenso scharfzüngig wie pauschal Gehälterauswüchse der Wirtschaftseliten vorgenommen. Nicht jeder Pfeil trifft. Mancher wird Lammerts Beobachtung widersprechen, dass sich die engagierte Debatte über die Entlohnung der Manager nicht „in veränderten Verhaltensmustern“ niederschlage.

          Doch dass sich immer wieder genügend Beispiele für den von Lammert beklagten „fröhlichen Überbietungswettbewerb“ und eine „Verselbständigung der Gehaltsfindung, die den Verdacht der Selbstbedienung nahelegt“ finden, ist schwer von der Hand zu weisen. Aber was folgt aus solchen Auswüchsen?

          Lammert droht vorsichtig mit gesetzlichen Regelungen. Der CDU-Politiker sollte es besser wissen. Der Staat hat in Fragen der Entlohnung in privaten Unternehmen nichts zu suchen, weil er keine geeigneten Maßstäbe für eine marktgerechte Vergütung hat.

          Woher will die Politik wissen, was ein Manager wert ist? Das regeln Markt und Wettbewerb im großen Ganzen gut. Nicht ausgeschlossen ist es übrigens, dass die Politik mit den Gesetzen zur Offenlegung der Managergehälter den von Lammert beklagten Überbietungswettbewerb noch angeheizt hat.

          Heike Göbel

          Verantwortliche Redakteurin für Wirtschaftspolitik, zuständig für „Die Ordnung der Wirtschaft“.

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