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Gehälter : Die diskrete Millionärsfabrik

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Das Gehalt von Josef Ackermann erhitzt in der öffentlichen Debatte regelmäßig die Gemüter. Von allen Vorständen im Dax verdient er am meisten. Doch abseits der Öffentlichkeit verdienen Manager in der Beteiligungsbranche Summen, die Ackermanns Gehalt als „Peanuts“ erscheinen lassen.

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          Das Gehalt von Josef Ackermann erhitzt in der öffentlichen Debatte in Deutschland regelmäßig die Gemüter. Für Manager aus der Beteiligungsbranche gleichen die 13,6 Millionen Euro, die der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Bank im vergangenen Jahr verdient hat, freilich eher den sprichwörtlichen "Peanuts". "Mit einem großen Private-Equity-Deal kann man im Erfolgsfall gleich viel Geld verdienen wie in zehn bis 15 Jahren als Vorstand eines Dax-Konzerns", sagt einer, der schon beide Seiten erlebt hat. Abseits der öffentlichen Aufgeregtheit hat sich hierzulande eine diskrete Millionärsfabrik entwickelt, die aus Beteiligungsmanagern und einstigen Vorständen großer Unternehmen Neureiche macht.

          Die Beteiligungsbranche floriert. Angeheizt durch das günstige Zinsumfeld und die große Nachfrage der institutionellen Anleger, haben Private-Equity-Fonds in den vergangenen Jahren größere Unternehmen gekauft und mehr Geld verdient denn je. "In den vergangenen drei Jahren hat das beste Viertel der weltweiten Fonds eine Nettorendite von mehr als 30 Prozent erwirtschaftet", berichtet Dominique Senequier, Vorstandschefin des französischen Dachfonds Axa Private Equity. Mit der Höhe der Renditen sind auch die Gehälter der stark am Erfolg beteiligten Beteiligungsmanager gestiegen.

          400 Millionen Dollar für Stephen Schwarzman

          „Die Partner der großen Beteiligungsfonds können große zweistellige bis dreistellige Jahreseinkommen verdienen“, sagt Sascha Pfeiffer, Geschäftsführer der Investmentbank Close Brothers. Das Fixgehalt ist dabei die mit großem Abstand kleinste Komponente. Selbst Partner oder Deutschlandchefs der großen amerikanischen und britischen Beteiligungsfonds erhalten üblicherweise nicht mehr als eine Million Euro Fixgehalt im Jahr, sagt Werner Knips, Partner von Heidrick & Struggles.

          Sein Gehalt wird regelmäßig veröffentlicht: Josef Ackermann (2006: 13,6 Millionen Euro)
          Sein Gehalt wird regelmäßig veröffentlicht: Josef Ackermann (2006: 13,6 Millionen Euro) :

          Der wahre Schlüssel zum Reichtum liegt in der Branche in der Gewinnbeteiligung. Dank des "Carried Interest" erhalten die Manager spätestens am Ende der Fondslaufzeit rund 20 Prozent der jährlich erzielten Rendite. Dieses Geld wird streng hierarchisch und pyramidenförmig verteilt. Die Gründungspartner schöpfen durchaus schon mal die Hälfte des Renditekuchens ab, für das Fußvolk bleibt nur ein weit geringerer Teil übrig. Der Börsengang des Beteiligungsfonds Blackstone hat dies eindrucksvoll gezeigt: Mitgründer Stephen Schwarzman hat allein für das Jahr 2006 knapp 400 Millionen Dollar kassiert. Auch mancher deutsche Beteiligungsmanager stößt in ähnliche Größenordnungen vor. Der Europa-Chef und Partner des amerikanischen Beteiligungsfonds KKR, Johannes Huth, dürfte nach Branchenschätzungen ebenfalls auf eine dreistellige Millionensumme kommen. Die Investoren beanstanden diese Summen nicht, solange die Gewinne stimmen. "Die Fondsmanager verdienen nur dann prächtig, wenn sie hohe Erträge erwirtschaftet haben. Das ist in anderen Teilen der Finanzbranche oft nicht so", sagt Senequier.

          Goldene Handschellen

          "Die Beteiligungsfonds versuchen, die Manager mit goldenen Handschellen zu binden", sagt ein Berater. Das heißt: Möglichst viel Geld wird erst am Ende der Fondslaufzeit bezahlt. Manch einer übertreibt dabei. Einer der großen Finanzinvestoren etwa hatte im umkämpften Markt Deutschland große Schwierigkeiten, Manager zu finden und zu halten, weil er auch den Spitzenkräften ein fixes Gehalt von nur 125.000 Euro bezahlen wollte.

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