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Gegen die Terror-Finanzierung : Amerikas Luftwaffe zerstört 283 Öl-Laster des IS

  • Aktualisiert am

Ein amerikanisches Kampfflugzeug startet von einem Flugzeugträger aus nach Syrien. Bild: Reuters

Im Kampf gegen den „Islamischen Staat“ nehmen westliche Länder verstärkt dessen Geldquellen ins Visier. Kampfflugzeuge greifen nun die Transportwege für das Öl der Terroristen an.

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          Die amerikanische Luftwaffe hat nach eigenen Angaben am Wochenende 283 Öltanklaster des IS bombardiert. Die Angriffe am Samstag seien im Osten Syriens zwischen Hassaka und Deir Essor erfolgt, teilte das Pentagon mit. Damit setzt Washington elf Tage nach den Anschlägen von Paris offenkundig darauf, die Geldquellen des „Islamischen Staates“ einzuschränken.

          Öl ist eine der zentralen, wenn nicht die wichtigste Einnahmequelle der Dschihadisten. Schätzungen zufolge nimmt die Terror-Miliz dadurch rund 500 Millionen Dollar im Jahr ein.

          In der vergangenen Woche griffen amerikanische Kampfflugzeuge bereits 116 Öltankalster in den vom IS besetzten Gebieten an. Zuvor hatten sie diese Ziele nicht ins Visier genommen. Washington hatte davon mit der Begründung abgesehen, dass es zu viele zivile Opfer geben könne. Um dem entgegenzuwirken setzt das amerikanische Verteidigungsministerium auf ein spezielles Verfahen. Vor ihren Angriffen werfen die Kampfflugzeuge nach Angaben des Pentagon zunächst im Tiefflug Flugblätter ab, in sie die Fahrer der Laster auffordern zu fliehen. Bei ihnen handelt es sich mutmaßlich häufig um keine Angehörigen des IS.

          Die Lastwagenflotte des IS für Öltransporte umfasste laut amerikanischen Informationen vor Beginn der Angriffe rund 1000 Laster. Drohnen observieren sie demnach schon länger. Die neue Angriffs-Kampagne gegen die Tanklaster trägt den Namen „Tidal Wave II“. Der Name beziehe sich auf das Vorgehen gegen Nazi-Deutschland während des Zweiten Weltkrieges, die Ölindustrie in Rumänien zu attackieren. Sollten die Zahlen stimmen, hätten die Amerikaner allein mit diesen beiden Angriffen über ein Drittel der Flotte zerstört.

          Der IS hat seit Beginn des syrischen Bürgerkriegs weite Teile Nordostsyriens und des Iraks erobert. Seitdem morden und brandschatzen die Kämpfer in den besetzten Gebieten, unterdrücken und versklaven die lokale Bevölkerung. Bis zu acht Millionen Menschen leiden unter ihrem Regime.

          Neben dem Öl-Schmuggel versucht der IS an Geld zu kommen, in dem er es diesen Menschen abpresst, etwa mittels Schutzgelderpressung, Zwangssteuern und Enteignungen. Die Terroristen brauchen wiederum das Geld dringend, um sich selbst zu erhalten, zum Beispiel, um ihre Schlächter zu bezahlen. „Der Erfolg des IS hängt ganz entscheidend davon ab, dass er seinen finanziellen Verpflichtungen nachkommt“, sagt Jake Shapiro, der an der Universität Princeton die Strukturen der Terrororganisation erforscht, gerade der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

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