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Gebäudesanierung : Doch kein Steuerbonus für Wärmedämmer

  • Aktualisiert am

Handwerker verdienen gut an der energetischen Sanierung. Bild: dpa

Wer sein Haus aufrüstet, um Energie zu sparen, sollte eigentlich ab diesem Jahr einen großen Teil der Kosten von der Steuer absetzen können. Daraus wird nun wohl nichts.

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          Überraschend ist der eigentlich von Bund und Ländern schon beschlossene milliardenschwere Steuerbonus für das Dämmen von Gebäuden vorerst gestoppt worden, meldet die Nachrichtenagentur dpa. „Über eine steuerliche Förderung der energetischen Gebäudesanierung konnte im Koalitionsausschuss keine Einigung erzielt werden“, heißt es in einem Brief von SPD-Fraktionschef Thomas Oppermann an die Mitglieder seiner Fraktion, der der dpa vorliegt. Darin informiert Oppermann auch über dieses bisher nicht bekannte Detail des Koalitionstreffens vom Dienstag.

          Damit bleibt es für die Bürger vorerst auch bei den geltenden steuerlichen Absetzbarkeitsregeln für Handwerkerleistungen. Im Dezember hatten sich die Ministerpräsidenten und Kanzlerin Angela Merkel (CDU) mehrheitlich auf das Vorhaben verständigt, das seit Jahren angestrebt wird. Ziel ist es, das Energiesparen durch den steuerlich begünstigten Austausch von Fenstern und alten Heizkesseln sowie durch eine bessere Dämmung voranzubringen.

          Streit um Finanzierung

          Der Kompromiss sah vor, dass Hausbesitzer einen Teil ihrer Kosten von der Steuer absetzen können. Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) sperrte sich jedoch zuletzt dagegen, dass im Gegenzug der sogenannte Handwerkerbonus abgeschmolzen werden soll. Dabei können Privatleute 20 Prozent der Arbeitskosten von ihrer Steuerschuld abziehen. Das sollte künftig nur noch bei Leistungen oberhalb von 300 Euro möglich sein.

          Der neue Gebäudesanierungs-Bonus sollte Bund und Länder etwa eine Milliarde Euro pro Jahr kosten. Gebäudebesitzer sollten  rückwirkend ab Januar 10 bis 25 Prozent ihrer Sanierungskosten von der Steuerlast abziehen können. Bundeskanzlerin Angela Merkel hatte mehrfach die Bedeutung betont und auch auf zusätzliche Einnahmen durch Sanierungen verwiesen: „Wir haben so oft vorgerechnet, dass durch die Mehrwertsteuereinnahmen mehr in die Kasse kommt als die Ausfälle im steuerlichen Bereich sind“, sagte sie im Januar.

          Oppermann betont in dem Schreiben, das Wirtschaftsministerium prüfe nun alternativ, Zuschussprogramme der KfW-Bank zu erhöhen.

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