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Arbeitsmarkt : Gabriel gesteht Fehler bei Hartz IV ein

  • Aktualisiert am

Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel Bild: dpa

Durch die Reform habe sich der Niedriglohnsektor ausbreiten können, erklärt der Wirtschaftsminister in einem Interview. Außerdem seien Menschen, die nach vielen Arbeitsjahren ihren Job verloren hätten, unfair behandelt worden.

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          Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel hat Fehler bei der Einführung von Hartz IV eingeräumt. Schon vor zehn Jahren hätte es einen Mindestlohn geben müssen, damit „dieser unfaire Niedriglohnsektor sich nicht derart ausbreitet“, sagte Gabriel der Zeitung „Bild am Sonntag“ einem Vorabbericht zufolge.

          Gabriel machte noch weitere Fehler aus: „Wir hätten diejenigen, die jahrzehntelang gearbeitet haben, dann unverschuldet arbeitslos wurden, nach Auslaufen des Arbeitslosengeldes bei Hartz IV nicht genauso behandeln dürfen wie denjenigen, die nie gearbeitet hat“, erklärte er. „Der Wert der Arbeit muss erhalten bleiben.“

          Gabriel stimmt Gewerkschaften zu

          Beide Punkte werden immer wieder von den Gewerkschaften kritisiert. Auch nach einem Jahrzehnt haben sie noch nicht ihren Frieden mit der Reform gemacht und kritisieren sie als unsozial.

          Die Reform ist laut Gabriel grundsätzlich der richtige Weg gewesen. „Vorher war es oftmals lukrativer, Arbeitslosenhilfe zu kassieren und zusätzlich irgendwo schwarz zu arbeiten statt einen normalen Job anzunehmen“, sagte Gabriel dem Blatt. „Der Erfolg ist ja sichtbar: damals hatten wir fünf Millionen Arbeitslose, heute sind es zwei Millionen weniger.“

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