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G-20-Treffen : Amerika lässt die Muskeln spielen

Der amerikanische Finanzminister Jack Lew in Sydney: „Der Welt wird es insgesamt besser gehen, wenn es Amerika besser geht.“ Bild: AP

Die führenden Volkswirtschaften der Welt treffen sich in diesen Tagen in Sydney. Und die Amerikaner demonstrieren Macht: Deren Finanzminister treibt die Chinesen zu Reformen und fordert mehr Konjunkturhilfe in Europa.

          Das Modell von Wachstumsvereinbarungen der Länder der G-20 gewinnt Zustimmung. Der amerikanische Finanzminister Jack Lew begrüßte die Initiative der Australier. Zuvor hatte Christine Lagarde, die Geschäftsführerin des Internationalen Währungsfonds, den Vorschlag als „gute Idee“ bezeichnet. Zugleich wächst der Druck auf die Schwellenmärkte, ihre eigenen Volkswirtschaften zu stabilisieren. „Die Schwellenländer müssen ihre Häuser in Ordnung bringen, damit sie Raum haben, strukturelle Reformen umzusetzen“, sagte der amerikanische Finanzminister Jack Lew auf dem Bankengipfel im Vorfeld der Tagung der Finanzminister und Notenbankchefs der G-20-Länder in Sydney.

          Christoph Hein

          Wirtschaftskorrespondent für Südasien/Pazifik mit Sitz in Singapur.

          Indem er den Ball zurück ins Feld der Schwellenländer warf, verteidigte Lew den Ansatz der amerikanischen Notenbank, die Geldpolitik zu normalisieren. Es gehe darum, die amerikanische Wirtschaft zu stärken. „Der Welt wird es insgesamt besser gehen, wenn es Amerika besser geht“, sagte Lew. Gerieten die Schwellenländer durch das Ausklingen der lockeren Geldpolitik in Schwierigkeiten, die sich nicht selber lösen könnten, stünde Hilfe bereit: „Dafür haben wir Institutionen wie den Internationalen Währungsfonds, die sie dann unterstützen können.“

          Weber: Bekannte Schwächen nicht durch neue ersetzen

          Mit Blick auf das Regelwerk für die Finanzmärkte sagte Lew: „Wir haben in Amerika wirklich den Weltstandard gesetzt. Davon können andere lernen. Wir müssen nun unsere Regeln weltweit harmonisieren.“ Allerdings sagte der Finanzminister auch, dass sich erst in einer neuen Finanzkrise beweisen werde, wie viel die neuen Standards taugten.

          Stellvertretend für die Banker wendete sich Axel Weber, der Vorsitzende des Verwaltungsrates der Schweizer Bank UBS, gegen eine noch weitergehende Regulierung in seiner Branche. „Die jüngsten Debatten in Kreisen der Regulierer zielen im Endeffekt darauf hinaus, die Vereinbarungen von Basel umzuformen, noch bevor sie überhaupt vollständig eingeführt wurden.“ Damit wachse das Risiko, dass Reformen bei der Regulierung die wirtschaftliche Aktivität untergraben würden. Ziel müsse es sein, wie von der australischen Präsidentschaft von G 20 in diesem Jahr gefordert, die vereinbarten Regeln („Basel III“) umzusetzen. Die angedachten weiterführenden Regularien führten nur dazu, die Anreize für Banken auf eine Art zu verzerren, das bekannte Schwächen durch neue ersetzt würden. Sie trügen aber nichts dazu bei, die Wahrscheinlichkeit künftiger Krisen einzudämmen. „Wir könnten damit das Schlechteste beider Welten bekommen.“  

          Mit Blick auf Europa sagte Lew, eine Erholung zu erkennen. Immer noch aber gäbe es große Probleme, etwa mit Arbeitslosigkeit, oder dem Risiko der Deflation. „Europa wäre gut beraten, das Wachstum zu stimulieren, das würde enorm helfen“, sagte Lew. Zwar bewege sich die Erholung in Amerika in die richtige Richtung. „Allerdings können wir nicht ausgleichen, was an anderen Orten der Welt an Wachstum fehlt.“

          Lew lobte den Veränderungswillen Chinas. Amerika habe die Chinesen zu Reformen getrieben. Noch gehe es darum, enge Verbindungen zur neuen Regierung in China aufzubauen. „Wir müssen erst noch Anzeichen dafür sehen, dass China sich in derjenigen Geschwindigkeit auf Reformkurs bewegt, die wir wollen“, sagte Amerikas Finanzminister.

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