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G-20-Gipfel : Ivankas Frauen-Fonds füllt sich langsam

  • -Aktualisiert am

Der Präsident und seine Tochter: Donald und Ivanka Trump Bild: AFP

Beim G-20-Gipfel in Hamburg hat Präsidententochter Ivanka Trump weiteres Geld für ihren Fonds zur Finanzierung von Frauenprojekten eingesammelt. Interessant ist die Summe, die Ivankas Vater zugesagt hat.

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          Es ist noch gar nicht so lange her, es war Ende Mai, da trat der amerikanische Präsident Donald Trump seine erste Auslandsreise an. Das ungewöhnliche Ziel lautete Riad, Saudi-Arabien. Der saudische König Salman bedankte sich mit einem Geschenk der besonderen Art: Über einen Zeitraum von zehn Jahren werde Saudi-Arabien Waffen im Wert von 350 Milliarden Dollar aus den Vereinigten Staaten kaufen.

          Und die Scheichs legten noch einen drauf. Einen Tag später wurde bekannt, dass 100 Millionen Dollar an einen Fonds der Weltbank gehen, den die Präsidententochter Ivanka Trump mit initiiert hat. Er soll Unternehmerinnen in Entwicklungsländern stärken. Insgesamt eine Milliarde Dollar sollen in den Fonds fließen.

          Nur 50 Millionen aus Washington

          Weltbank-Präsident Jim Yong Kim hat nun am Rande des G-20-Gipfels bekannt gegeben, dass bislang 325 Millionen Dollar (umgerechnet 285 Millionen Euro) eingezahlt wurden – also erst knapp ein Drittel der erhofften Summe. Laut Kim beteiligen sich bisher unter anderem Großbritannien, Australien, China, Kanada, Südkorea und die Niederlande mit Beiträgen. Auch Deutschland hat finanzielle Hilfe zugesagt. Interessant ist die Summe, die Ivankas Vater Donald Trump zugesagt hat: 50 Millionen Dollar (44 Millionen Euro) will er einzahlen, also genau die Hälfte des saudischen Betrags.

          Ivanka Trump selbst wies am Samstag noch einmal auf die Schwierigkeiten von Unternehmerinnen auf der ganzen Welt hin, an Kapital zu gelangen. „Dieser Fonds ist ein gutes Mittel, dieses Problem zu mindern“, sagte sie vor Journalisten. Er soll Mikrokredite an Klein-Unternehmerinnen in Entwicklungsländern vergeben und so einen Weg aus der Armut bereiten.

          Am Samstagmittag reden die Staats- und Regierungschefs in Hamburg auch über Frauenrechte und Beschäftigung. Die Kanzlerin zeigt sich derweil angetan von dem Fonds. Er stelle einen „wirklichen Mehrwert“ dar. „Wir können daran sehen, dass G20 nicht nur ein Gipfel an zwei Tagen ist, sondern ein Prozess“, sagte Merkel. „Wenn alles so schnell geht bei der Weltbank wie die Schaffung eines solchen Fonds, dann haben wir noch mehr Effizienz im internationalen Gefüge.“ Mal sehen, wie schnell es geht, den Topf zu füllen.

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