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G-20-Gipfel in Brisbane : Obama will 3 Milliarden in Klimafonds investieren

Barack Obama im Gespräch mit Kanadas Premierminister Stephen Harper in Brisbane. Rechts vor ihnen Großbritanniens Premierminister David Cameron Bild: AP

Eigentlich sollten Klimafragen nur am Rande des G-20-Gipfels in Australien diskutiert werden. Der Ministerpräsident des Gastgeberlandes hat die Klimawissenschaften vor Jahren als „vollkommenen Unfug“ bezeichnet. Nun drängen mehrere Politiker darauf, der Klimaschutz solle bei künftigen Treffen eine wichtigere Rolle spielen.

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          Die führenden Wirtschaftsnationen stehen vor einem Kurschwenk. Nachdem die Australier in ihrer Präsidentschaft von G20 in diesem Jahr die Themen Wachstum und das Schaffen von Arbeitsplätzen in den Mittelpunkt stellten, rückt für das Treffen im nächsten Jahr der Klimaschutz in den Blickpunkt. Der Generalsekretär der Vereinten Nationen (UN), Ban Ki-moon, kritisierte auf dem Gipfel der G20 in Brisbane die Vernachlässigung des Themas: „Der Klimawandel ist das wichtigste Thema unserer Zeit, deshalb ist es nur natürlich, dass sich die G-20-Führer wesentlich mehr auf dieses Thema ausrichten sollten.“ 

          Christoph Hein

          Wirtschaftskorrespondent für Südasien/Pazifik mit Sitz in Singapur.

          Manfred Schäfers

          Wirtschaftskorrespondent in Berlin.

          Indirekt kritisierte der UN-Generalsekretär damit Australiens Ministerpräsident. Tony Abbott hatte vor Jahren die Klimawissenschaften als „vollkommenen Unfug“ bezeichnet. Nachdem er sein Amt vor 14 Monaten antrat, ließ er die erst 2012 von der Vorgängerregierung eingeführte Kohlendioxidsteuer in Australien wieder abschaffen.

          Immer wieder haben die Australier im Vorfeld des Gipfels betont, G20 sei ein Wirtschaftsforum, Klimafragen würden nur an dessen Rande diskutiert. Nun rief aber auch Ahmet Davutoglu, der Ministerpräsident der Türkei, die Gruppe dazu auf, sich stärker auf den Klimawandel zu konzentrieren.

          Australiens Ministerpräsident Tony Abbott (l) begrüßt seinen türkischen Kollegen Ahmet Davutoglu
          Australiens Ministerpräsident Tony Abbott (l) begrüßt seinen türkischen Kollegen Ahmet Davutoglu : Bild: AP

          Dies hat Gewicht, denn die Türkei wird als Nachfolger Australien im nächsten Jahr G20 führen und kann damit die Agenda setzen. „Die größte Herausforderung der Menschheit ist heue der Klimawandel. Beschränkt sich die G-20-Agenda nur auf Finanzthemen, kann G20 nicht funktionieren, keine weltweite Legitimität erwerben“, mahnte Davutoglu. 

          Ins selber Horn stößt der amerikanische Präsident Barack Obama; er schlüpft auf seiner Asienreise immer tiefer in die Rolle eines Vorkämpfers des Klimaschutzes. Auf dem Gipfel der Pazifikanrainer (Apec) in Peking Anfang der Woche hatten Amerikaner und Chinesen schon einen Klimapakt geschlossen. Obama dürfte dieses Abkommen mit China nutzen, um Druck auf Amerikas Partnerländer Australien und Indien zu machen. „Wenn China und Amerika hier eine Einigung finden, kann auch die ganze Welt sich einigen“, sagte der amerikanische Präsident in Brisbane.

          Brisbane : G20 wollen der Welt einen Wachstumsschub geben

          In seiner Rede sagte er den Entwicklungsländern 3 Milliarden Dollar für die Finanzierung klimafreundlicher Produktion zu. Der Betrag werden über den Grünen Klima Fonds der Vereinten Nationen verwaltet. An ihn haben auch Deutschland und Frankreich schon Zusagen über jeweils eine Milliarde Dollar gemacht. Bis 2020 wollen die Industriestaaten über den Grünen Fonds den Entwicklungsländern 100 Milliarden Dollar zur Verfügung stellen. An diesem Donnerstag soll es zu einem ersten Treffen der Geberländer in Berlin kommen.

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