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Fukushima : 400 Helden im Unglücksreaktor

  • Aktualisiert am

Arbeiter in Fukushima: Die Aufnahme veröffentlichte der Betreiber am 23. März Bild: dpa

Seit mehr als zwei Wochen arbeiten Männer in weißen Schutzanzügen und mit Atemmasken daran, die Atom-Ruine in Fukushima unter Kontrolle zu bekommen. Wie ihr Alltag aussieht, darüber ist wenig bekannt. Nun kamen ein paar Details ans Licht.

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          Manche nennen sie die „Helden von Fukushima“ oder die „nuklearen Samurai“: Seit mehr als zwei Wochen versuchen Männer in weißen Schutzanzügen und mit Atemmasken den Atomreaktor Fukushima unter Kontrolle zu bekommen. Sie machen einen lebensgefährlichen Job, mehrere wurden radioaktiv kontaminiert – auch weil die Einsatzleitung des Betreibers Tokyo Electric Power (Tepco) geschlampt hatte.

          Wer die Männer genau sind und wie ihr Alltag aussieht, darüber ist wenig bekannt. Nun kamen ein paar Details ans Licht – etwa dass es nur karge Not-Rationen zu essen gibt und dass sich die Männer nachts in Blei-Decken rollen zum Schutz gegen Strahlung.

          Nach Angaben von Kazuma Yokota von der japanischen Reaktorsicherheitsbehörde (NISA) arbeiten derzeit etwa 400 Arbeiter und Techniker in Fukushima 1. Darunter seien auch Vertragsarbeiter anderer Firmen.

          Mit Schutzanzügen im Kontrollraum von Reaktor 2: Veröffentlicht am 26. März
          Mit Schutzanzügen im Kontrollraum von Reaktor 2: Veröffentlicht am 26. März : Bild: dpa

          Ihr Tag beginnt demnach um 6 Uhr morgens. Zum Frühstück bekämen sie 30 „Überlebenscracker“ und 180 Milliliter – etwa ein Glas – Fruchtsaft. Danach gingen sie an die Arbeit, meldete die Nachrichtenagentur Kyodo. Mittagessen gebe es keines, hieß es. Bis zum 22. März hätten die Arbeiter täglich zudem nur eine Flasche mit 1,5 Liter Mineralwasser bekommen. Vom 23. März an seien dann mehr Hilfsgüter an der Atomanlage eingetroffen, sagte Yokota. Die Männer könnten seither eine Flasche mehr verlangen.

          Gegen 17 Uhr, wenn es dunkel wird, kehrten die erschöpften Arbeiter meist zu ihren Unterkünften auf dem Gelände zurück, berichtete Yokota. Zum Abendessen gibt dann auch wieder Not-Rationen: Vorgekochter Reis, der mit heißem Wasser essfertig gemacht wird, und jeweils eine Dose mit Huhn oder mit Fisch. Die Arbeiter würden schweigend essen. Um 20 Uhr gebe es immer ein Treffen, auf dem die Männer sich gegenseitig von ihrer Arbeit berichteten. Für das Ende des Treffens habe sich ein Ritual entwickelt: Da klatschen alle in die Hände und stimmen einen Sprechchor an: „Gambaro“ („Machen wir weiter!“).

          Geschlafen wird in Konferenzräumen und Gängen in einem Gebäude der Atomanlage. Um sich vor radioaktiver Strahlung zu schützen, wickelten sich die Arbeiter in mit Blei verstärkte Tücher, bevor sie sich zudeckten. Blei schützt vor radioaktiver Strahlung.

          Die meisten Arbeiter würden eine Woche lang Schicht tun, bevor sie abgelöst werden. Handys könnten sie nicht benutzen, die Telefone hätten in der Ruine keinen Empfang. „Die Arbeiter geben ihr Bestes, während sie nicht mal Kontakt zu ihren Familien haben können“, sagte Behördenmann Yokota.

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