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Schweiz : Fünf Jahre Haft für Datendieb

Hervé Falciani Bild: dpa

Wegen Wirtschaftsspionage ist der frühere HSBC-Bankangestellte Hervé Falciani in der Schweiz zu fünf Jahren Haft verurteilt worden. Doch der Verurteilte lebt unter Polizeischutz anderswo.

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          Er hat die Daten von 100.000 Kunden der Großbank HSBC gestohlen und an Regierungen in aller Welt weitergeleitet. Damit lieferte er Tausende Steuerbetrüger ans Messer und schaufelte mit am Grab des Schweizer Bankgeheimnisses. Er selbst sieht sich als Robin Hood des steuerehrlichen Bürgers. Doch aus Sicht des Schweizer Bundesstrafgerichts in Bellinzona ist Hervé Falciani ein gemeiner Krimineller.

          Johannes Ritter

          Korrespondent für Politik und Wirtschaft in der Schweiz.

          Das Gericht verurteilte den ehemaligen Informatiker der Genfer HSBC-Filiale am Freitag wegen Wirtschaftsspionage zu fünf Jahren Haft. Von weiteren Vorwürfen, wie der Verletzung von Geschäftsgeheimnissen, sprach ihn das Gericht frei. Die Staatsanwaltschaft hatte eine Freiheitsstrafe von sechs Jahren gefordert. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig und kann beim Bundesgericht angefochten werden.

          Der 43 Jahre alte Falciani war dem gesamten Gerichtsprozess ferngeblieben und ward auch beim Urteilsspruch in Bellinzona nicht gesehen. Er lebt unter Polizeischutz in Frankreich und muss als italienisch-französischer Doppelbürger nicht befürchten, an die Schweiz ausgeliefert zu werden. Während des Verfahrens hatte eine Bankmitarbeiterin aus Beirut erklärt, dass Falciani ihr die entwendeten Kunden- und Kontodaten unter falschem Namen für 100.000 bis 150.000 Dollar zum Kauf angeboten habe.

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