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Führungspositionen : BASF-Vorstand Suckale warnt vor Frauenquote

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Margret Suckale führt im Vorstand des Chemiekonzerns BASF das Personalressort Bild: dpa

„Eine gesetzliche Quote führt nicht zu dem gewünschten Erfolg“, warnt die neue Chemie-Arbeitgeberpräsidentin Margret Suckale im Interview mit der F.A.Z. Ein „gegenseitiges Abwerben“ von weiblichen Führungskräften könne „nicht die dauerhafte Lösung sein“.

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          Die neue Chemie-Arbeitgeberpräsidentin Margret Suckale hat die politischen Parteien vor der Einführung einer gesetzlichen Frauenquote gewarnt. „Eine gesetzliche Quote führt nicht zu dem gewünschten Erfolg“, sagte Suckale in einem Gespräch mit der F.A.Z. Suckale, die im Vorstand des Chemiekonzerns BASF das Personalressort führt, war im Juni zur neuen Präsidentin des Bundesarbeitgeberverbands Chemie (BAVC) gewählt worden. Der BAVC vertritt insgesamt 1900 Unternehmen der chemischen Industrie.

          Wichtig sei zuerst eine Unternehmenskultur, die jede Art von Vielfalt akzeptiert, sagte Suckale. Einen höheren Anteil von Frauen in Führungspositionen zu erreichen sei in der Industrie „generell schwieriger als im Dienstleistungsbereich, einfach weil hier er Frauenanteil insgesamt geringer ist“, sagte Suckale. Zugleich sei es aber wichtig, dass Führungskräfte „in erster Linie innerhalb der Unternehmen aufgebaut werden“. Ein „gegenseitiges Abwerben“ von weiblichen Führungskräften über Unternehmens- und Branchengrenzen hinweg könne „nicht die dauerhafte Lösung sein“.

          Nach der SPD hatte sich in diesem Jahr auch die Union entschlossen, eine gesetzliche Quote einzuführen. In ihrem Wahlprogramm kündigen CDU/CSU an, sie würden nach der Bundestagswahl im September gesetzlich regeln, „dass ab dem Jahr 2020 eine feste Quote von 30 Prozent für Frauen in Aufsichtsratsmandaten von voll mitbestimmungspflichtigen und börsennotierten Unternehmen gilt“. Die SPD will eine Quote von 40 Prozent.

          Zugleich setzt sich Suckale dafür ein, den Aktionsradius von Spartengewerkschaften mit einem Gesetz zur Festschreibung der Tarifeinheit wieder zu begrenzen. Das Problem sei, dass „das Auftreten von Spartengewerkschaften unser gesamtes Tarifvertragssystem in Frage stellt“.

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