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Fronten in der Frauendebatte : Zwei Quotenfrauen streiten über die Quote

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Frauengipfel: CSU-Politikerin Angelika Niebler, 47, Juristin, verheiratet, zwei Kinder, debattierte mit der Publizistin Bascha Mika (Foto), 57, bewusst kinderlos Bild: Andreas Müller

Was ist konservativ, was links im Geschlechterkampf? CSU-Politikerin Angelika Niebler hat in ihrer Partei die Frauenquote durchgefochten. Die ehemalige „taz“-Chefin Bascha Mika gibt den Frauen selbst die Schuld, wenn sie nicht nach oben kommen.

          In der Frauendebatte verwischen die Fronten: Was ist konservativ, was links im Geschlechterkampf? CSU-Politikerin Angelika Niebler hat in ihrer Partei die Frauenquote durchgefochten. Die ehemalige „taz“-Chefin Bascha Mika gibt den Frauen selbst die Schuld, wenn sie nicht nach oben kommen. Ein Gespräch über Männer, tradierte Rollen und das kleine Einmaleins.

          Meine Damen, sitzen hier zwei Quotenfrauen am Tisch?

          Niebler: Wenn man so will: Ja, ich bin eine. Auch wenn ich mich nie so gefühlt habe. Edmund Stoiber hat damals, als Ministerpräsident Bayerns, angeregt, Frauen gezielt auf die vorderen Listenplätze zu setzen.

          „Es geht nicht ohne Quote, so viel habe ich gelernt”, sagt CSU-Frau Angelika Niebler

          Mika: Ich bin ebenfalls eine Quotenfrau. Die Tageszeitung „taz“ hat sich früh eine Quote gegeben - dass ich elf Jahre lang dort Chefredakteurin war, habe ich letztlich der Quote zu verdanken.

          Die Quote wird hitzig diskutiert. Liegt darin das Heil der Nation?

          Niebler: Früher war ich gegen eine Quote. Doch mittlerweile habe ich gelernt: Es geht manchmal nicht ohne. Nach zehn Jahren Selbstverpflichtung hat sich in der Wirtschaft kaum etwas verändert. In der CSU haben wir uns auf eine Quote verständigt, um Frauen zu motivieren, Politik zu machen.

          Mika: Die Quote ist nur eine Krücke. Sie ist jetzt nötig. Sie kann und sie muss auch weg, wenn wir sie nicht mehr brauchen. Zurzeit sind die Strukturen für Frauen in der Wirtschaft noch besonders widrig...

          Sind doch wieder allein die Strukturen Schuld, wenn Frauen nicht vorankommen?

          Mika: Nicht nur. Ich glaube, wir müssen die Perspektive erweitern und auf uns schauen. Es ist nicht nur die männerdominierte Gesellschaft, die uns unten hält und uns keine Chance auf ein gleichberechtigtes Leben gibt. Damit lügen wir uns in die Tasche!

          Niebler: Aber an den Rahmenbedingungen muss sich noch einiges ändern. Das leugnen Sie doch hoffentlich nicht?

          Mika: Nein. Natürlich gibt es zu wenig Krippenplätze, gläserne Decken und familienfeindliche Arbeitsstrukturen. Doch was ist mit uns? Dass sich jahrzehntelang nichts bewegt hat, das haben wir Frauen doch auch selbst vermasselt, weil wir feige sind und bequem.

          Niebler: Das ist Unsinn, was Sie da sagen! Sie können doch nicht alle Frauen über einen Kamm scheren und beleidigen.

          Mika: Wo tue ich das denn?

          Niebler: In Ihrer Streitschrift „Die Feigheit der Frauen“.

          Mika: Weder beschimpfe noch beleidige ich Frauen. Es geht darum, dass wir lernen, uns untereinander zu streiten, ob wir unseren Ansprüchen gerecht werden.

          Frau Mika, warum starten gerade Sie als Linke einen Frontalangriff auf die Schwestern?

          Mika: Nicht alle Frauen sind Schwestern, auch wenn das die ersten Feministinnen vor 40 Jahren propagiert haben. Mein Buch soll aufrütteln, Frauen zum Nachdenken bringen über alte Rollenmuster. Wir Frauen betrügen uns sonst selbst. Damit muss Schluss sein. Wir propagieren Selbstbestimmtheit, treten aber zu wenig für sie ein. Wir machen es uns zu leicht gemütlich in der alten Rollenkiste und merken gar nicht, wie wir dabei „vermausen“.

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