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Freihandel : TTIP statt Biedermeier

  • -Aktualisiert am

Über hunderttausend Menschen haben am Wochenende gegen das Freihandelsabkommen TTIP demonstriert. Die besseren Argumente aber sprechen dafür. Da hilft nur, weiter zu diskutieren.

          Der evangelische Landesbischof von Baden hat nicht recht. Das Freihandelsabkommen mit den Vereinigten Staaten würde die Arme nicht noch ärmer machen, wie er es behauptet und als Tatsache verkauft. Denn es handelt sich nur um eine These.

          Und warum sollten durch das Abkommen mit dem berühmt-berüchtigten Namenskürzel TTIP gesetzlich garantierte Arbeitnehmerrechte zum Spielball einer, natürlich, ungezügelten Globalisierung werden, wie es der DGB-Vorsitzende auf der Großdemonstration orakelt hat?

          Nun ist es ein Leichtes, das Gegenteil zu schreiben. Dass das TTIP eher Arbeitsplätze schafft als vernichtet, dass es den Europäern eben gerade erlaubt, an den Regeln des Freihandels mitzuschreiben: geschenkt. Zu viele Menschen glauben das nicht.

          Die Alternative aber heißt Biedermeier. Das mag für Menschen, die schon alles haben, attraktiv sein. Aber für alle, die etwas werden wollen, für Jugendliche, die Einwanderer und die Zukunft des Landes ist es ein Gruß aus einer Vergangenheit. Die besseren Argumente gibt es für TTIP, auf der Straße aber ist das Nein leichter zu vermitteln. Also hilft es nur, weiter zu diskutieren, was indes nur geht, wenn alle mit sich reden lassen.

          Carsten Knop

          Chefredakteur digitale Produkte.

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