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Freihandel mit Japan : EU hofft auf 420.000 neue Arbeitsplätze

  • Aktualisiert am

Europäische Autobauer befürchten eine Schwemme japanischer Fahrzeuge, wenn EU-Zölle abgebaut werden Bild: AP

Nach den Verhandlungen mit Amerika spricht die Europäische Union nun auch mit Japan über ein Freihandelsabkommen. Die EU-Kommission setzt aber voraus, dass Tokio Zusagen zum Abbau von Handelsbarrieren einhält.

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          Die Europäische Union und Japan nehmen Verhandlungen über ein Freihandelsabkommen auf. Darauf einigten sich der Präsident der Europäischen Kommission, José Manuel Barroso, und der japanische Ministerpräsident Shinzo Abe, in einem Telefongespräch.

          EU-Handelskommissar Karel De Gucht sprach während eines bilateralen Treffens von Wirtschaftsvertretern in Tokio von einem „ambitionierten“ Schritt. Er vertraue darauf, dass Japan die gemachten Zusagen zum Abbau von Handelsbarrieren einhalten wird. Mit einer Schutzklausel behält sich die EU-Kommission das Recht vor, die Gespräche mit Tokio andernfalls nach einem Jahr wieder abzubrechen.

          Die erste Verhandlungsrunde findet im April statt. Autobauer in Deutschland, Frankreich, Italien und Osteuropa erwarten eine Schwemme japanischer Fahrzeuge, wenn die EU-Zölle von 10 Prozent für Autoimporte schrittweise abgebaut werden.

          Die Branche fürchtet zudem, wegen der Marktabschottung in Japan dort nicht richtig Fuß fassen zu können. Es gebe in Japan „noch immer zu viele Barrieren“, beklagte De Gucht. Japan verlangt laut Experten andere Sicherheitsvorkehrungen, andere Lärmmessungen und andere Abgaswerte als die EU. Auch öffentliche Aufträge seien nur unter größten Mühen zugänglich.

          In der EU könnten rund 420.000 neue Arbeitsplätze entstehen

          Brüssel will hart mit Tokio verhandeln, um die Bedenken zu zerstreuen. Laut Kommission, die die EU in Handelsfragen vertritt, könnten verstärkte Ausfuhren nach Japan rund 420.000 neue Arbeitsplätze in der EU bringen.

          Der britische Handelsminister Lord Green begrüßte denn auch die Einigung auf den Beginn von Verhandlungen über einen Handelspakt mit Japan. Dies sei ein „wichtiger Schritt“ hin zur Liberalisierung des Handels zwischen zwei der größten Wirtschaftsregionen der Welt.

          Die EU setzt auf bilaterale Handelsabkommen, weil die laufende Doha-Freihandelsrunde innerhalb der Welthandelsorganisation WTO seit über 10 Jahren blockiert ist.

          Japan ist drittgrößter Handelspartner der EU

          Eigentlich wollten beide Seiten den Verhandlungsbeginn am Montag bei einem Gipfeltreffen in Tokio vereinbaren, das jedoch wegen der Zypern-Krise auf unbestimmte Zeit verschoben worden war.

          Die EU war im vergangenen Jahr weiterhin Japans drittgrößter Handelspartner nach China und den USA mit einem Anteil von 9,8 Prozent am gesamten Außenhandel. Die Importe aus der EU beliefen sich auf 6,64 Billionen Yen (54 Milliarden Euro). Nur aus China importierte Japan 2012 mehr.

          Die Exporte in die EU-Länder gingen jedoch angesichts der Euro-Krise um 14,7 Prozent auf 6,5 Billionen Yen zurück. Das entspricht einem Anteil von rund 10 Prozent an Japans gesamten Ausfuhren in dem Jahr.

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