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Nach den Aufsichtsräten : Ministerin Barley droht mit Frauenquote für Vorstände

  • Aktualisiert am

Katarina Barley (SPD): Die zuständige Bundesministerin ist unzufrieden mit dem Frauenanteil in den Vorständen. Bild: AFP

Die Frauenquote wirkt: In den Aufsichtsräten ist der Anteil weiblicher Mitglieder gestiegen. Schon nimmt die zuständige Ministerin das nächste Projekt ins Visier und liebäugelt mit einer weiteren Quote.

          Rund zwei Jahre nach Einführung einer gesetzlichen Frauenquote für die Privatwirtschaft ist der Frauenanteil in den Führungspositionen leicht gestiegen. Zu diesem Ergebnis kommt ein gemeinsamer Bericht des Familien- und Justizministeriums, der am Mittwoch das Bundeskabinett passiert hat. Danach stieg der Anteil der Frauen in den Aufsichtsräten der betroffenen Unternehmen von 25,0 auf 27,3 Prozent. In den Vorstandsetagen bestehe allerdings noch „deutlicher Verbesserungsbedarf“.

          Das lange umstrittene Gesetz war im Mai 2015 in Kraft getreten. Es verpflichtet rund 100 börsennotierte, mitbestimmungspflichtige Großunternehmen seit Anfang 2016 zu einer festen Frauenquote von 30 Prozent in den Aufsichtsräten. Der Frauenanteil in den Vorständen liegt dem Bericht zufolge bei 6,1 Prozent.

          Barley droht mit gesetzlicher Frauenquote für Vorstände

          Bundesfamilienministerin Katarina Barley (SPD) stellte der deutschen Wirtschaft prompt ein Ultimatum, um für mehr Frauen in Vorständen zu sorgen. „Ich gebe der Wirtschaft noch ein Jahr Zeit, die Sache selbst zu regeln. Wenn sich bis dahin nichts tut, werden wir gesetzlich eingreifen“, sagte Barley den Zeitungen des RedaktionsNetzwerk Deutschland. „Ich hätte kein Problem mit einer verpflichtenden Frauenquote auch für Unternehmensvorstände“, so die Ministerin weiter. „Wir konnten jahrzehntelang beobachten, dass Selbstverpflichtungen nicht funktionieren.“

          Bei Vorständen können die Unternehmen derzeit selbst entscheiden, welche Quote sie erfüllen wollen; eine feste Quote gibt es nicht. Viele Unternehmen haben bislang als Zielwert Null angegeben. „In den Vorständen ist fast gar nichts passiert“, kritisierte Barley. „Gerade mal sechs Prozent der Vorstände sind weiblich. Das geht so nicht weiter.“

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