https://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/wirtschaftspolitik/fracking-flughafen-tiefbahnhof-oettinger-deutsche-muessen-risiken-eingehen-12134221.html

Fracking, Flughafen, Tiefbahnhof : Oettinger: Deutsche müssen Risiken eingehen

EU-Energiekommissar Günther Oettinger Bild: AFP

Die Deutschen gehen zu wenige Risiken ein, findet EU-Energiekommissar Günther Oettinger. Weil es ihnen zurzeit gut gehe. Doch jetzt drohe Deutschland, seine Entwicklung zu vernachlässigen.

          1 Min.

          EU-Energiekommissar Günther Oettinger hat die Deutschen davor gewarnt wichtige Entwicklungen zu verpassen, weil es ihnen momentan wirtschaftlich gut geht. Die Debatte über neue Technologien wie die oft als „Fracking“ bezeichnete Schiefergasförderung werde so emotional geführt, dass sie faktisch zum „Aus“ der Forschung führe, sagte Oettinger im Gespräch mit dieser Zeitung, das am Dienstag in der Druckausgabe erscheint.

          Hendrik Kafsack
          Wirtschaftskorrespondent in Brüssel.

          „Deutschland ist so stark, dass es Gefahr läuft, notwendige Projekte, auch den Ausbau der Infrastruktur zurückzustellen“, sagte Oettinger. „Das würde sich im nächsten Jahrzehnt rächen.“ Auch die Ablehnung neuer Start- und Landebahnen, vom Tiefbahnhof „Stuttgart 21“ und die Forderung nach Nachtflugverboten gehörten in diese Kategorie. „Wir müssen bereit sein, gewisse Risiken einzugehen, wenn wir wettbewerbsfähig bleiben wollen“, sagte Oettinger weiter.

          Der ehemalige Ministerpräsident von Baden-Württemberg begrüßte, dass Deutschland endlich eine ernsthafte Debatte über den Strompreis führe. Die Förderung der erneuerbaren Energiequellen müsse grundlegend reformiert werden. Eine Senkung der Stromsteuer lehnte Oettinger ab. Sie verzögere nur die nötigen Reformen des Erneuerbare-Energie-Gesetzes (EEG).

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Bundeskanzler Olaf Scholz bei seiner Aussage vor dem Untersuchungsausschuss in Hamburg.

          Cum-ex-Affäre : Die Glaubwürdigkeit des Kanzlers

          Am Ende wird Scholz die Affäre selbst wohl kaum gefährlich werden. Aber wem zu entscheidenden Vorgängen die Erinnerung fehlt, dessen Glaubwürdigkeit steht auf dem Spiel.
          Eine junge Demonstrantin mit der Zahl «43» auf ihrer rot gefärbten Hand nimmt an einer Kundgebung nach der Entführung der 43 Studenten teil. (Archiv)

          43 vermisste Studenten : Mexikos Ex-Generalstaatsanwalt festgenommen

          Der Fall der 2014 verschleppten und ermordeten Lehramtsstudenten hatte Mexiko erschüttert. Es gilt heute als „Staatsverbrechen“. Jesús Murillo Karam war damals für die Ermittlungen verantwortlich. Nun wird ihm Verschwindenlassen und Folter vorgeworfen.
          Rohre der Nord Stream 1 Gaspipeline in Lupmin

          Ab Ende August : Russland klemmt Nord Stream 1 für drei Tage ab

          Durch die Ostseepipeline Nord Stream 1 fließt seit Wochen ein Fünftel so viel Gas wie eigentlich könnte. Nun soll sie für drei Tage stillstehen – der Konzern begründet dies mit Wartungsarbeiten an einer Turbine.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Sie können bis zu 5 Newsletter gleichzeitig auswählen Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.