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Folgen der Finanzkrise : Aufseher lockern Kapitalregeln für Banken

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Banken haben eine starke Lobby - und sind immer wieder in der Lage, strenge Regeln abzuschwächen. Bild: dpa

Die Banken haben erfolgreich für weniger Regulierung geworben: Eine wichtige neue Regel kommt nun wohl schwächer als zunächst gedacht. Vor allem großen Geldhäusern dürfte das helfen.

          Wichtige internationale Finanzaufseher haben eine Regel gelockert, die das Finanzsystem weniger anfällig für künftige Krisen machen soll. Der sogenannte Baseler Ausschuss, der sich aus Vertretern von Aufsichtsbehörden auf der ganzen Welt zusammensetzt, präsentierte am Wochenende eine Schlussfassung der „Leverage Ratio“, welche die Geldhäuser weniger belasten wird als der ursprüngliche Plan.

          Darin heißt es, dass Banken vor allem spezielle Wertpapiere wie Derivate und bestimmte Geschäfte wie etwa Rückkaufvereinbarungen (“Repos“) wenige stark gewichten müssen. Außerdem müssen die Banken nicht mehr 100 Prozent ihres außerbilanziellen Vermögens berücksichtigen.

          Nach außen sehen sie so etwas solider aus als sie es getan hätten, wenn die strengere ursprüngliche Fassung dieser Regel eingeführt worden wäre.

          Die „Leverage Ratio“ setzt das sichere Kapital einer Bank ins Verhältnis zu ihren gesamten Vermögenspositionen. Sie ist deswegen leicht verständlich und soll einen Gegenpol zum Ansatz darstellen, Vermögenswerte risikogewichtet zu verrechnen. Letzteres lässt den Banken nämlich einen größeren Spielraum darin, Risiken klein- und Chancen großzurechnen. Besonders Großbanken verwenden zudem eigene Risikomodell, die für Außenstehenden mitunter schwer nachvollziehbar sind.

          Eine Vorteil aus den nun weicheren Regeln haben mutmaßlich vor allem Banken, die stark im Wertpapier- und Derivategeschäft engagiert sind - in Deutschland gilt dies besonders für die Deutsche Bank. Nach bisherigem Plan müssen die Banken ab dem Jahr 2015 ihre Leverage Ratio veröffentlichen, ab dem Jahr 2018 soll sie zu einer Quote von mindestens 3 Prozent gezwungen werden.

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