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Folgen der Energiewende : Händler sehen Arbeitsplätze durch teuren Strom gefährdet

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Viel Storm brauchen die Supermärkte, um ihre Kühlregale zu betreiben Bild: obs

Der Handelsverband HDE schlägt Alarm: Die Energiewende werde vielen Einzelhändlern zu teuer, jeder fünfte halte Arbeitsplätze für bedroht. Die Branche beschäftigt drei Millionen Arbeitnehmer.

          Wenn der Strompreis weiter steigt, könnten womöglich viele Arbeitsplätze im deutschen Einzelhandel verloren gehen. Jeder fünfte Händler sieht nach Angaben des Handelsverbands Deutschland (HDE) durch höhere Belastungen aus der Ökostromförderung inzwischen Arbeitsplätze in Gefahr. Die Branche beschäftigt in Deutschland rund drei Millionen Arbeitnehmer.

          Die Einzelhändler sehen sich durch den Anstieg der EEG-Umlage zur Förderung von Wind- und Sonnenenergie gleich doppelt belastet. Einerseits bleibt den Konsumenten dadurch weniger Geld für Einkäufe im Portemonnaie, andererseits muss die Branche selbst mehr für den Strom zahlen. Immerhin benötigen die Einzelhändler im Jahr rund 35 Terawattstunden Strom, um ihre Geschäfte zu beleuchten oder Lebensmittel zu kühlen.

          Ein durchschnittlicher Supermarkt müsse in diesem Jahr rund 26.500 Euro an EEG-Umlage zahlen, rechnet HDE-Geschäftsführer Stefan Genth vor. Im nächsten Jahr drohten daraus Kosten in Höhe von 32.500 Euro zu werden. Vor allem kleinere Händler fühlten sich dadurch bedroht.

          Guter Lebensmittel- und Online-Handel

          „Die Gewinnsituation hat sich bei einer Vielzahl der Unternehmen im bisherigen Jahresverlauf verschlechtert“, sagte Genth. Vor allem die höheren Preise für Energie belasteten die Unternehmen. Angesichts des harten Wettbewerbs könnten sie die gestiegenen Kosten häufig nicht in vollem Umfang an ihre Kunden weitergeben. „Die Energiewende braucht einen Neuanfang“, verlangte Genth.

          Der HDE bekräftigte gleichzeitig seine Umsatzprognose für das Gesamtjahr. Danach rechnet die Branche für 2013 mit einem nominalen Umsatzplus von einem Prozent. Preisbereinigt würde dies allerdings einem Minus von 0,5 Prozent entsprechen. Gut liefen die Geschäfte zuletzt vor allem für den Lebensmittel- und den Online-Handel.

          Der Textilhandel litt dagegen unter dem verregneten Sommer. Insgesamt sei die Stimmung im Einzelhandel eher verhalten, sagte Genth. Fast die Hälfte der Unternehmen rechne mit einer Verschlechterung ihrer Lage.

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