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Folge der Sanktionen : Kreditkartenfirmen schränken Geschäft mit Russland ein

  • Aktualisiert am

Bild: Bloomberg

Visa und Mastercard stellen sämtliche Transaktionen mit der Rossija-Bank ein, Ratingagenturen drohen Russland mit einer Herabstufung: Die Sanktionen gegen Russland zeigen erste Auswirkungen.

          Die beiden Kreditkartenunternehmen Visa und Mastercard stellen die Zahlungstransaktionen für Kunden der Bank Rossija ein. Die Vereinigten Staaten hatten am Donnerstag das amerikanische Vermögen der Bank eingefroren, weil es einen bedeutenden Teil des Vermögens des Machtzirkels um Putin verwalten soll. Einzelpersonen und Unternehmen aus den Vereinigten Staaten  dürfen mit dem Finanzinstitut keine Geschäfte mehr machen.

          Die Bank Rossija erklärte, dass sie ihre Arbeit wie gewohnt fortsetzt. Allen Verpflichtungen gegenüber Kunden und Partnern werde nachgekommen. Auch Russlands stellvertretender Finanzminister Alexej Moiseew sagte, er sehe bislang keine schweren Folgen der Sanktionen für den Finanzsektor des Landes.

          Moiseew widersprach damit der Einschätzung von Rating-Agenturen, wonach die Krim-Krise Auswirkungen für die Kreditwürdigkeit haben könnte. Nach Standard & Poor’s hatte auch die Ratingagentur Fitch Russland schlechter eingestuft. Fitch teilte am Freitag mit, die wirtschaftlichen Aussichten Russlands würden von stabil auf negativ herabgesetzt. Ein negativer Ausblick ist gleichbedeutend mit der Drohung, die Kreditwürdigkeit eines Landes abzustufen. Diesen Schritt hatte Standard & Poor’s bereits am Vorabend vollzogen.

          Das Herabsetzen der Perspektiven auf negativ berücksichtige die Auswirkungen möglicher Sanktionen gegen Russland, erklärte Fitch. Standard & Poor’s verwies auf die „geopolitischen Risiken“, die Investitionen aufhalten und eine Kapitalflucht zur Folge haben könnten.

          Auf der Sanktionsliste der Amerikaner steht auch der 61 Jahre alte Russe Gennadi Timtschenko, der am Mittwoch seine Anteile an dem Rohstoffkonzern Gunvor verkaufte. Timtschenkos Geschäfte im Öl- und Gashandel  stünden „in direktem Zusammenhang“ zu Putin, hatte das amerikanische Finanzministerium erklärt. Gunvor teilte nun mit, Timtschenko habe alle seine Anteile an seinen  Geschäftspartner Thorbjörn Törnqvist verkauft. Dieser sei nun mit einem Anteil von 87 Prozent Mehrheitsaktionär der Firma. So könne Gunvor seine Geschäfte ohne Angst vor Sanktionen weiterbetreiben.  Eine Sprecherin des amerikanischen -Finanzministeriums bestätigte dies auf  Anfrage: Auch die Konten von Gunvor in den Vereinigten Staaten wären eingefroren  worden, hätte sein Anteil an der Firma mehr als 50 Prozent betragen.

          Der russische Aktienindex RTX gab am Freitag zur Handelseröffnung ebenfalls um mehr als 3 Prozent nach und setzte damit den Abwärtstrend der vergangenen Tage fort.

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