https://www.faz.net/-gqe-7hl8r

Flugsicherung : Deutsche Fluglotsen beteiligen sich an europaweitem Streik

  • Aktualisiert am

Noch ist unklar, wo und wie lange die deutschen Lotsen ihre Arbeit niederlegen Bild: dapd

Flugreisende können sich schon jetzt auf massive Behinderungen am 10. Oktober einstellen. Fluglotsen in ganz Europa wollen gegen Vorgaben der EU streiken. Auch die deutschen Lotsen wollen sich anschließen.

          1 Min.

          Die Fluglotsen in Deutschland wollen gemeinsam mit ihren europäischen Kollegen gegen geplante Vorgaben der EU-Kommission protestieren. Es werde in den deutschen Kontrollzentren zu begrenzten Arbeitsniederlegungen kommen, sagte der Chef der Gewerkschaft der Flugsicherung (GdF), Matthias Maas, am Dienstag in Frankfurt.

          Das genaue Ausmaß werde in den kommenden Wochen beschlossen. Die GdF schließt sich damit einer Aktion des europäischen Gewerkschaftsbündnisses ATCEUC an.

          Die Proteste richten sich gegen EU-Pläne zur Regulierung der Flugsicherungen in Europa. Sie sollen ihre Gebühren senken und mehr Verkehr abwickeln. Die Gewerkschaften befürchten, dass die Pläne von EU-Verkehrskommissar Siim Kallas zur Schaffung eines einheitlichen europäischen Luftraums alle Flugsicherungen zu drastischen Einsparungen zwingen wird - mit negativen Folgen für die Sicherheit.

          Einheitlicher Luftraum kommt nur schwer voran

          Das unter dem Namen „Single European Sky“ bekannte Projekt schreitet nicht so schnell voran wie geplant. Deswegen will Verkehrskommissar Kallas die Luftverkehrsgesetze verschärfen und so die Nationen zu einem schnelleren Handeln zwingen. Kallas beklagt seit geraumer Zeit, dass die Mitgliedstaaten den vereinbarten Plänen hinterherhinken.

          Der einheitliche Luftraum, der seit Jahrzehnten angestrebt und 2004 in Angriff genommen wurde, gilt als Vorzeigeprojekt zur Reform der europäischen Flugsicherung. Obwohl ein Großteil des Flugverkehrs in der EU grenzübergreifend ist, erfolgt die Kontrolle nach wie vor auf nationaler Ebene.

          Um die Ziele zu erreichen, hat die EU den Mitgliedstaaten bestimmte Vorgaben für Sicherheit, Kapazität, Umwelt und Kosteneffizienz gemacht. Die erste sogenannte Regulierungsperiode läuft noch bis Ende 2014. Kallas will nun die Vorgaben für die zweite Periode von 2015 bis 2019 verschärfen. Kallas fordert beispielweise eine Reduzierung der Flugsicherungsgebühren um 3,5 Prozent pro Jahr und eine gleichzeitige Steigerung der Kapazität. In den Augen der Gewerkschaft sind das zwei Ziele, die nicht miteinander vereinbar sind.

          Weitere Themen

          Marsaleks Geheimkontakte

          Verbindungen zur FPÖ? : Marsaleks Geheimkontakte

          Seit gut zwei Wochen ist der frühere Wirecard-Manager auf der Flucht. Nun werden neue Details über Jan Marsalek bekannt: Er soll Kontakte in die österreichische Geheimdienstszene haben und könnte in die „Ibiza-Affäre“ verstrickt sein.

          Topmeldungen

          Hochwasserschutz in Venedig : Mose gegen das Meer

          Sie hat sechs Milliarden Euro verschlungen und war Teil eines monumentalen Korruptionsskandals: Die riesige Anlage mit dem Namen des Propheten soll Venedigs Altstadt vor den Fluten schützen und ist so gut wie fertig. Dass sie auch funktioniert, bezweifeln aber viele.

          Bidens Wirtschaftspolitik : Mit Trump-Rhetorik gegen Trump

          Präsidentschaftskandidat Biden skizziert sein Wirtschaftsprogramm: Wie sein Rivale will er mit Protektionismus begeistern – und er verschärft seinen Anti-Wall-Street-Populismus.
          Jan Marsalek: Von dem Ex-Wirecard-Manager fehlt jede Spur.

          Verbindungen zur FPÖ? : Marsaleks Geheimkontakte

          Seit gut zwei Wochen ist der frühere Wirecard-Manager auf der Flucht. Nun werden neue Details über Jan Marsalek bekannt: Er soll Kontakte in die österreichische Geheimdienstszene haben und könnte in die „Ibiza-Affäre“ verstrickt sein.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.