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Flüchtlingsstudie : Schickt Frauen und Männer getrennt zum Sprachkurs!

Sprachkurs nur für Frauen? Herbert Brücker findet das eine gute Idee. Bild: F.A.Z. - Foto Frank Roeth

Wer kommt nach Deutschland? Eine erste qualitative Flüchtlingsstudie gibt jetzt Antworten und liefert Hinweise darauf, was Deutschland für die Integration tun kann: Fünf Vorschläge.

          Sie bringen höchst unterschiedliche Bildung mit, sind meist hoch motiviert, aber oft schlecht informiert. Das sind nur einige der hochinteressanten Befunde der ersten qualitativen Studie über Flüchtlinge in Deutschland.

          Nadine Bös

          Redakteurin in der Wirtschaft, zuständig für „Beruf und Chance“.

          Die Studie stammt von einigen der wichtigsten Forscher in Sachen Flüchtlinge, Arbeitsmarkt und Gesellschaft: Zusammen arbeiteten das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) der Bundesagentur für Arbeit, das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) und das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung mit der großen Gesellschafts-Umfrage „Sozio-ökonomisches Panel“ (FAZ.NET berichtete). Zwar gingen in die Studie anfangs nur die Antworten von 123 Flüchtlingen ein, doch die wurden umso ausführlicher befragt – und die Studie ist der erste Hinweis darauf, was für Leute da nach Deutschland gekommen sind.

          Was folgt aus diesen Ergebnissen für die Praxis? Der Migrationsforscher Herbert Brücker vom IAB, einer der Studienautoren, hat im Gespräch mit FAZ.NET fünf wichtige Lektionen für die Zukunft aus den Studienergebnissen abgeleitet.

          Asylverfahren müssen schneller werden

          „Schnellere und transparentere Asylverfahren bleiben ein Schlüssel zu einer besseren Arbeitsmarktintegration“, sagt er. „Doch das ist leichter gesagt als getan.“ Lange Verfahren führten zu Unsicherheit auf beiden Seiten – bei den Arbeitgebern und bei den Geflüchteten selbst. „Das ist nicht gerade aktivitätsfördernd“, so drückt es Brücker aus. Von Samstag an wird die so genannte „Vorrangprüfung“ zeitweise ausgesetzt. Wenn ein Flüchtling eine Stelle annehmen will, muss zwar nun die Bundesagentur nicht mehr prüfen, ob auch ein EU-Bewerber infrage gekommen wäre. Das allerdings helfe nur zum Teil, findet Brücker: „Trotzdem bleibt Unsicherheit bei Arbeitgebern wie Flüchtlingen.“ Flüchtlinge wissen nicht, ob sie überhaupt eine Stelle suchen sollen, Arbeitgeber wissen nicht, ob sie einen Flüchtling einstellen sollen, der vielleicht bald wieder abgeschoben wird.

          Flüchtlinge brauchen mehr Informationen

          Außerdem hat die Studie gezeigt: Es gibt große Informationsprobleme. „Das Asylverfahren ist für viele eine Black Box“, sagt Brücker. Betroffene könnten sich zum Beispiel oft nicht erklären, warum bestimmte Verfahren schneller gehen als ihre eigenen. Sie würden in Unsicherheit darüber gehalten, dass leichte Fälle zuerst und schwierigere später behandelt werden. „Derzeit steigt sogar die Dauer zwischen Registrierung und Gewährung eines Asylstatus, weil im Moment nicht mehr so viele neue Flüchtlinge ins Land kommen und nun zunehmend die schwierigeren Fälle an der Reihe sind.“ Die durchschnittliche Wartezeit betrage momentan 7,8 Monate, Tendenz steigend. Eigentlich, so findet Brücker, müsste die Transparenz über die Verfahren erhöht werden. „Im Idealfall müssten Asylsuchende den Stand ihrer Verfahren im Internet abrufen können.“ Doch das sei für das Migrationsamt BAMF noch Zukunftsmusik und nur schrittweise umzusetzen. Derzeit würden dort überhaupt erst die Akten von Papier auf Elektronik umgestellt.

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