https://www.faz.net/-gqe-8cnd5

Flüchtlingskrise : Grenzkosten

  • -Aktualisiert am

Auch mit unkontrollierter massenhafter Zuwanderung sind Wohlfahrtsverluste verbunden. Das sollten die Kammern nicht einfach ausblenden.

          Wirtschaftsverbände verbreiten erste Kostenschätzungen, um ihren Warnungen vor der Wiedereinführung von Personenkontrollen an deutschen Grenzen Nachdruck zu verleihen. Längere Abfertigungszeiten behinderten Pendler und Lastwagen, verlängerten Fahrzeiten und gefährdeten das ausgeklügelte arbeitsteilige System der Unternehmen, die größere Lager aufbauen müssten. Auf einen Anstieg der Außenhandelskosten um 10 Milliarden Euro (0,4 Prozent) im Jahr kommen die Kammern. Weil diese Summe beherrschbar erscheint, fügt ihr Geschäftsführer hinzu, dass die Zeche am Ende viel größer sein werde und „wir Abstriche machen müssen vom Wohlstand, den wir gewöhnt sind“.

          Das Eintreten für offene Grenzen in allen Ehren, doch sollten die Verbände der Versuchung widerstehen, wichtige Fakten auszublenden. Auch mit unkontrollierter massenhafter Zuwanderung sind Wohlfahrtsverluste verbunden. Hält der Strom an, werden die Unternehmen an der Integrationsrechnung über höhere Steuern beteiligt. Verfestigt sich der Eindruck, die Politik habe die Lage nicht im Griff, wird das ebenfalls ökonomische Folgen haben. Grenzkontrollen könnten da auch für die Wirtschaft letztlich das kleinere Übel sein.

          Heike Göbel

          Verantwortliche Redakteurin für Wirtschaftspolitik, zuständig für „Die Ordnung der Wirtschaft“.

          Folgen:

          Weitere Themen

          Gegrillte Ratte to Go Video-Seite öffnen

          Kambodscha : Gegrillte Ratte to Go

          Im ländlichen Kambodscha sind gegrillte Ratten ein beliebter Snack. Das Wildfleisch gilt als gesund und kostet nicht viel. Dennoch ekeln sich auch viele Menschen davor.

          Topmeldungen

          Was sollte eine Wurst kosten?

          Agrarlobby : Was kostet die Wurst?

          Tiere leiden, der Planet auch. Dabei wäre das leicht zu ändern. Ganz ohne Fleischsteuer. Die meisten deutschen Fleischesser sind hier längst weiter als die Bauern und ihre Bundesministerin.
          Unser Sprinter-Autor: Cai Tore Philippsen

          F.A.Z.-Sprinter : Eiserner Vorhang, sterbender Gletscher

          Vor 30 Jahren bekam der Eiserne Vorhang in Ungarn erste Risse. Wo der Kampf für die Freiheit auch heute noch ein brandaktuelles Thema ist und warum mit dem Gletscher Ok gar nichts okay ist, steht im F.A.Z.-Sprinter.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.