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Flüchtlinge : Nicht mal jeder Zehnte

  • -Aktualisiert am

Niemand zweifelt daran, dass Andrea Nahles alle Flüchtlinge für den Arbeitsmarkt qualifizieren will. Doch das ist teuer. Und dauert lange. Und ist nicht immer erfolgreich.

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          Die Arbeitsministerin beugt vor. Sollten die Arbeitslosenzahlen wegen des Flüchtlingszustroms demnächst steigen, will sie nicht haften. Andrea Nahles dämpft die von zu vielen genährte Hoffnung, jene Hunderttausende Migranten, die möglicherweise bleiben dürfen, könnten halbwegs zügig eine Beschäftigung finden. Nicht einmal jeder Zehnte sei direkt zu vermitteln, warnte die SPD-Politikerin. Um dann zu versichern, sie werde keine Mühen scheuen, die Menschen zu qualifizieren.

          Daran zweifelt niemand, doch dieser Weg ist besonders langwierig, teuer - und wie man seit der Wiedervereinigung weiß, nicht unbedingt erfolgreich. Statt allein darauf zu setzen, die Flüchtlinge über die hohe Kostenschwelle zu heben, die der Mindestlohn und die erzwungene Verteuerung der Leiharbeit aufgebaut haben, müssen diese Hemmnisse wenigstens vorübergehend gesenkt werden. So könnten die Migranten ihre Defizite zunächst auch durch Kostenvorteile am Arbeitsmarkt wettmachen und sich nach und nach qualifizieren.

          Doch die Ministerin brüstet sich lieber noch mit der reibungslosen Einführung des Mindestlohns, der schon „Normalität“ geworden sei. Daher haftet auch Nahles, wenn die Arbeitslosenzahlen steigen.

          Heike Göbel

          Verantwortliche Redakteurin für Wirtschaftspolitik, zuständig für „Die Ordnung der Wirtschaft“.

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