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Finanzsystem : Stabilitätsrat warnt Banken vor Leichtsinn

  • -Aktualisiert am

Mario Draghi Bild: REUTERS

Der Vorsitzende des Finanzstabilitätsrates, Mario Draghi, hat Banken und Investoren vor übertriebenem Optimismus gewarnt. Die Kreditinstitute übernähmen wieder größere Risiken, sagte Draghi. Doch die wirtschaftliche Lage sei nicht so gut, wie sie derzeit auf den Kapitalmärkten eingeschätzt werde.

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          Der Vorsitzende des Finanzstabilitätsrates, Mario Draghi, hat Banken und Investoren vor übertriebenem Optimismus gewarnt. Die Kreditinstitute übernähmen wieder größere Risiken, sagte Draghi. Sie sollten sich dabei der Anfälligkeit des Finanzsystems bewusst sein.

          Die wirtschaftliche Lage habe sich gebessert, sei aber nicht so gut, wie sie derzeit auf den Kapitalmärkten eingeschätzt werde, sagte Draghi, der auch Gouverneur der italienischen Notenbank ist, am Wochenende in Basel, bevor er ein Treffen mit Josef Ackermann und anderen Größen der Bankenbranche leitete. Im Stabilitätsrat (Financial Stability Board, FSB) sind die Notenbanken, Aufsichtsbehörden, Finanzministerien und unter anderem der Internationale Währungsfonds vertreten.

          FSB soll Solidität des Finanzsystems stärken

          Die zwanzig wichtigsten Industrie- und Schwellenländer (G-20) haben dem FSB den Auftrag erteilt, die Solidität des Finanzsystems zu stärken. Draghi bekräftigte im Anschluss an das halbjährliche Treffen des FSB am Samstag, dass sich der Finanzstabilitätsrat nach wie vor verpflichtet fühle, Qualität und Höhe der Kapitalausstattung der Banken zu verbessern.

          Die FSB-Mitglieder hätten sich mit dem Umgang mit systemisch wichtigen Banken beschäftigt. Es sei allerdings nicht damit zu rechnen, dass das FSB in Kürze eine Liste mit den Namen der betroffenen Institute veröffentlichen werde, sagte Draghi.

          Unterdessen haben die Aufsichtsbehörden der Vereinigten Staaten die amerikanischen Banken an das Risiko rasch steigender Leitzinsen erinnert. In einem Rundschreiben zur Risikosteuerung heißt es, die üblichen Szenariorechnungen mit parallelen Erhöhungen der Zinsen um zwei Prozentpunkte in allen Laufzeiten seien nicht ausreichend. Die Banken sollten auch mit Zinsbewegungen um drei bis vier Prozentpunkte kalkulieren.

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