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Finanzmärkte : Chinas volatiles Jahr

China erschüttert die Finanzmärkte. Der Dax fällt unter 10.000 Punkte. Chinas Planwirtschaftler wissen sich gerade nicht zu helfen.

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          Auch wenn das chinesische Neujahrsfest erst im Februar gefeiert wird: Dass China zum Jahresauftakt der internationalen Finanzmärkte wieder weltweit Angst und Schrecken verbreitet wie im vergangenen Sommer, hatten sich die Pekinger Führer sicher anders vorgestellt. Ihren unbeholfenen Versuch, bei einem Fall der Aktienkurse per automatischem Handelsstopp die verkaufswilligen Anleger vom Gegenteil zu überzeugen, mussten Chinas Planwirtschaftler am Donnerstag bereits wieder kassieren, nachdem sich die Börsen in Schanghai und Shenzen dem staatlichen Dirigismus verweigerten und dort die Kurse trotzdem einbrachen. Anschließend gaben auch rund um den Globus die Aktienkurse nach.

          Von dauerhafter Natur könnte hingegen die Änderung von Chinas Währungspolitik sein, die den Wert des Yuan, der auch Renminbi genannt wird, seit Wochenbeginn viel schneller und stärker geschwächt hat, als dies erwartet worden war. Die Sorge, China könne in einen Währungskrieg eintreten und seine womöglich weit größeren als offiziell dargestellten Probleme auf Kosten der Weltwirtschaft hinaus exportieren, hatte den Börseneinbruch mit ausgelöst.

          Dass Chinas Notenbanker nicht klar sagen, was sie wollen, ist ein Fehler, der unverzeihlich ist, weil ihn Peking bereits im vergangenen Jahr begangen und damit ebenso wie heute Schockwellen in die Welt hinaus gesandt hatte. Abgesehen vom Eindruck, dass es mit der friedlichen Koexistenz von Markt und Kommunistischer Partei fortan vorbei sein könnte, stellt sich daneben aber ganz grundsätzlich die Frage, wo Chinas Wirtschaft steht – und ob die Pekinger Führung über die notwendigen Mittel verfügt, um eine harte Landung ihrer Volkswirtschaft in diesem Jahr zu verhindern.

          Dass sie letzteres vermag, dafür spricht nicht nur der nach wie vor beeindruckend hohe Stand an Währungsreserven, mit dem China seine Konjunktur zeitverzögert, aber am Ende wirkungsvoll anschieben kann. Dank der Dollar-Billionen könnte die Zentralregierung auch Kreditausfälle der mit hohen Schulden beladenen chinesischen Unternehmen, Banken und Lokalregierungen aller Voraussicht nach auf lokale Krisen beschränken. Doch auch der Wandel des Wirtschaftsmodells geht voran. Die Dienstleistungsbranche entwickelt sich ordentlich, denn die Chinesen konsumieren weit stärker als in der Vergangenheit. Die Finanzmärkte hingegen kriegt die Regierung in Peking nicht in den Griff. China droht ein volatiles Jahr.

          Hendrik Ankenbrand
          Wirtschaftskorrespondent für China mit Sitz in Schanghai.

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