https://www.faz.net/-gqe-82s7v

Katastrophen-Reaktor : Tschernobyl bekommt eine Schutzhülle

  • Aktualisiert am

Im Bau: der neue Sarkophag für Tschernobyl Bild: dpa

Das zerstörte Atomkraftwerk Tschernobyl in der Ukraine bekommt einen neuen Sarkophag. Die Finanzierung ist vorerst gesichert: Auf einer Geberkonferenz in London kamen 530 Millionen Euro zusammen.

          1 Min.

          Die Finanzierung des Baus der neuen Schutzhülle um die Atomruine in Tschernobyl ist vorerst gesichert. Auf einer Geberkonferenz in London unter deutscher Leitung kamen am Mittwoch insgesamt 530 Millionen Euro zusammen. Für die Bauarbeiten werden nach derzeitigen Schätzungen zwar 615 Millionen Euro zusätzlich benötigt. Es sei aber „sehr wahrscheinlich“, dass weitere Geberländer den noch fehlenden Betrag bald beisteuern würden, sagte Staatssekretär Jochen Flasbarth vom Bundesumweltministerium, der als Vertreter der G7-Staaten sprach. Unter anderem hätten Russland und China Zusagen gemacht, ohne konkrete Summen zu nennen.

          Bild: dpa

          Der Neubau soll die brüchige Schutzhülle aus Beton ersetzen, die nach der Explosion eines Reaktors in dem ukrainischen Atomkraftwerk 1986 über den Trümmern errichtet worden war. Zum dauerhaften Schutz vor radioaktiver Strahlung wird eine riesige Stahlkonstruktion gebaut. Sie soll 108 Meter hoch, 162 Meter lang und 257 Meter breit werden und von der Fläche her fast dreimal so groß wie der Petersdom werden.

          Die Europäische Bank für Wiederaufbau und Entwicklung (EBRD) übernimmt mit 350 Millionen Euro den größten Teil der Kosten. Insgesamt 165 Millionen Euro steuern die EU-Kommission und die G7-Staaten bei. Deutschland hat derzeit die Präsidentschaft der sieben führenden westlichen Industrienationen (G7) inne.

          Tschernobyl im April 1986
          Tschernobyl im April 1986 : Bild: AP

          Ruine des Atomkraftwerks : Schwerer Waldbrand nähert sich Tschernobyl

          Weitere Themen

          Mehr Schein als Sein?

          Abmahnrisiko : Mehr Schein als Sein?

          Manche Unternehmen geben sich umweltbewusster als sie sind. Dieses sogenannte Greenwashing ist nicht ohne Risiko.

          Post setzt auf Elektroflugzeuge Video-Seite öffnen

          Neues Zeitalter : Post setzt auf Elektroflugzeuge

          Die Frachttochter DHL Express habe beim Elektroflugzeug-Hersteller Eviation zwölf Elektroflugzeuge des Typs „Alice“ bestellt, teilte der Bonner Konzern mit.

          Topmeldungen

          Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU)

          Einschränkungen für Ungeimpfte : Spahn plant Maskenpflicht bis 2022

          Das Bundesgesundheitsministerium will den Druck auf Impfmuffel erhöhen: Gratistests sollen im Herbst entfallen und für Ungeimpfte könnten „erneut weitergehende Einschränkungen notwendig werden“.

          Malaika Mihambo : Facettenreiche Könnerin

          Sie beherrscht nicht nur die Kunst des Weitsprungs, sondern zieht auch Kraft aus Yoga, Meditation und zielführenden Gedanken. Malaika Mihambo trifft den Punkt, wenn es darauf ankommt.
          So viel Niederschlag wie noch nie: weggeschwemmte Autos am Eingang eines Tunnels am 22. Juli in Zhengzhou

          Nach der Flut in Henan : Die chinesische Regierung sucht nach Schuldigen

          Zwei Wochen nach dem Starkregen in der chinesischen Provinz Henan ist die Zahl der Todesopfer abrupt von 99 auf 302 nach oben korrigiert worden. Nun sucht die Regierung nach den Verantwortlichen in den Lokalbehörden.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.