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Fed lässt Leitzins nahe Null : Die Zinswende braucht noch ein bisschen

Wann kommt die Zinswende? Fed-Chefin Janet Yellen hält sich bedeckt Bild: dpa

Die Leitzinsen der amerikanischen Notenbank bleiben auf einem Rekordtief. Seit fast einem Jahrzehnt wurden sie nicht mehr erhöht. Doch Fed-Cefin Janet Yellen stellt eine baldige Anhebung in Aussicht.

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          Die amerikanische Zentralbank Federal Reserve (Fed) hat von einer Leitzinserhöhung in Oktober abgesehen. Die ausgesendete Stellungnahme der Fed lässt aber die Interpretation zu, dass eine Zinswende noch in diesem Jahr möglich ist und angestrebt wird. Zu einer Zinswende noch in diesem Jahr hatte sich die Fed-Präsidentin Janet Yellen in früheren Reden und Stellungnahmen bekannt, sie hat sie zu zugleich aber von der ökonomischen Datenlage abhängig gemacht. Der für die Geldpolitik zuständige Offen Markt-Ausschuss kommt noch einmal im Dezember zusammen.

          Winand von Petersdorff-Campen
          Wirtschaftskorrespondent in Washington.

          Die Fed machte in ihrer Stellungnahme deutlich, dass eine Zinswende noch in diesem Jahr maßgeblich von zwei Faktoren abhängt: Der Entwicklung am Arbeitsmarkt und der Entwicklung der Inflation. Die Geldpolitiker erwarten, dass die Inflation zunächst weit unter der Zielmarke von zwei Prozent bleibt, auf mittlere Frist aber Fahrt aufnimmt. Sie sieht die beiden zentralen Preisdämpfer – die aus dem starken Dollar resultierend niedrigen Importpreise und die niedrigen Energiepreise – als vorübergehendes Phänomen an.

          Der amerikanische Arbeitsmarkt erholt sich der Fed-Analyse zufolge nicht mehr im gleichen Tempo wie zuletzt, die Arbeitslosenquote stagniert bei 5,1 Prozent. Doch zugleich schrumpfe die Unterbeschäftigung weiter. Weniger Menschen als früher sind zur Teilzeitarbeit verdammt, obwohl sie eine Vollzeitstelle suchen. Vor diesem Hintergrund belässt der Offen Markt-Ausschuss die so genannten Leitzinsen, die Zinsen für Federal Funds in einem Band zwischen 0 und 0,25 Prozent. In dieser Bandbreite liegen sie seit Dezember 2008, die letzte Leitzinserhöhung durch die Fed liegt schon neun Jahre zurück.

          Die Textpassage, die Beobachtern den Eindruck gibt, die Fed will noch gerne in diesem Jahr mit der Zinswende starten, bezieht sich auf internationale Marktentwicklungen. Im Gegensatz zur letzten Fed-Sitzung, als diese ein wichtiger Faktor waren, die Fed von einer Leitzinserhöhung abzuhalten, formulieren die Geldpolitiker diesmal, sie würden in ihre Zinsentscheidung auch Informationen über internationale Entwicklungen einfließen lassen. Die zurückgenommene Äußerung lässt den Schluss zu, dass die Fed weniger besorgt ist als im September.  Die Entscheidung, die Leitzinsen auf dem Niveau zu belassen, hat eine Gegenstimme bei neun Ja-Stimmen gefunden.

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