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F.A.Z.-Elite-Panel : Die Chefs setzen voll auf Kanzlerin Merkel

  • -Aktualisiert am

Gute Nachricht für Angela Merkel: Unter deutschen Spitzenkräften genießt die Kanzlerin hohes Ansehen. Bild: dpa

Die Kanzlerin kann in den Chefetagen auf breite Zustimmung bauen. Martin Schulz sehen die Führungskräfte hingegen eher kritisch. Einen wahren Schub erhält eine kleinere Partei.

          SPD-Kandidat Martin Schulz ist es bisher nicht ansatzweise gelungen, die deutschen Eliten von seiner Eignung als Kanzler zu überzeugen. Schon im Januar, noch bevor der Kanzlerkandidat der Sozialdemokraten feststand, hatten sich in den Führungsetagen 87 Prozent für eine weitere Kanzlerschaft von Angela Merkel ausgesprochen. Nicht einen Punkt hat Schulz hier gutmachen können. Nur zwölf Prozent würden den früheren Präsidenten des Europaparlaments Schulz der CDU-Kanzlerin Merkel vorziehen. Das zeigt die neue Umfrage unter 521 Entscheidern aus Politik, Wirtschaft und Behörden, die das Meinungsforschungsinstitut Allensbach für die F.A.Z. und die Zeitschrift „Capital“ Ende Juni erhoben hat.

          Heike Göbel

          Verantwortliche Redakteurin für Wirtschaftspolitik, zuständig für „Die Ordnung der Wirtschaft“.

          Dass Merkel der „klare Favorit“ sei, überrasche zunächst nicht, sagte Allensbach-Chefin Renate Köcher bei der Vorstellung des Elite-Panels am Freitag in Berlin. Da die Stichprobe gerade auch Wirtschaftsvertreter berücksichtige und diese üblicherweise eine besondere Nähe zu Union und FDP hätten, sei klar, dass Merkel deutlich vor Schulz liege. „Allerdings liegt sie sehr deutlich vor Schulz, deutlicher, als das bei früheren Wahlen der Fall war“, betont Köcher. Auch im Profilvergleich schneide Merkel bestens ab. „Das ist eine Kunst im zwölften Jahr einer Kanzlerschaft“, urteilt die Demoskopin. Die Delle in Merkels Ansehen – durch ihren Umgang mit der Flüchtlingskrise vor zwei Jahren – sei wieder ausgeglichen.

          Im Profilvergleich schneidet Schulz in allen Punkten wesentlich schlechter ab als die Amtsinhaberin. Sachkenntnis billigen Schulz nur ein Fünftel der Befragten zu, der Kanzlerin aber vier Fünftel. Großes Problembewusstsein sieht bei der Kanzlerin mehr als die Hälfte, bei Schulz nur ein gutes Viertel. Für einen klugen Strategen hält ihn jeder Zehnte, die strategischen Fähigkeiten der Kanzlerin loben drei Viertel.

          Grüne bleiben „weit unter ihrem Potential“

          Köcher bescheinigt Schulz denn auch bemerkenswerte Blässe. Das sei erstaunlich, weil Schulz in Kreisen der Führungskräfte besser bekannt sei als im Durchschnitt der Bevölkerung. Als Europapolitiker habe Schulz bei den Eliten keinen schlechten Ruf gehabt. Aber sein Problem sei wohl doch der sehr späte Einstieg in die Bundespolitik und das fehlende Amt, was eine Vermittlung seiner Qualitäten erschwere.

          Die Führungskräfte schieben den anfänglichen Höhenflug der Sozialdemokraten nach der Nominierung des Kandidaten in erster Linie auf einen „Hype“, weniger auf falsche Themen oder Personen. Aber wie erklärt sich der „Hype“? Dass eine Volkspartei binnen weniger Wochen um sechs oder sieben Prozentpunkte nach oben schieße und dann genauso schnell wieder herunterfalle „habe ich in Jahrzehnten noch nie gesehen“, zeigt sich Köcher ratlos. Das sei unerklärlich und für sie die größte Überraschung in diesem Jahr. Es stimme auch nicht, dass die Meinung der Bevölkerung immer stärker schwanke. Als Reaktion auf die Umfrageschwäche sollte die SPD aber nun bloß nicht stärker nach links rücken, warnen die Führungsspitzen. Selbst von denen, die sich als Anhänger der SPD bezeichnen, sehen zwei Drittel eine bessere Chance in einer Politik, die auf die Mitte zielt.

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