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F.A.Z.-Elite-Panel : Deutschland kann mehr Flüchtlinge nehmen

Beunruhigt zeigen sich die Eliten über den Rückstand der deutschen Wirtschaft in der Digitalisierung, die nach Ansicht von 62 Prozent „in vielen Bereichen hinterherhinkt“. Dabei glaubt nur noch ein Viertel der befragten Wirtschaftsspitzen, dass die Digitalisierung das eigene Unternehmen nicht oder kaum betreffen werde. Grundsätzlich überwiegt die Zuversicht, dass die Digitalisierung für das eigene Unternehmen von Vorteil sei und mehr Chancen als Risiken berge. Das sagen 72 Prozent der Befragten, die Unterschiede zwischen großen und kleinen Unternehmen fallen hier kaum ins Gewicht.

Noch überwiegt auch die Zuversicht, dass die deutsche Automobilindustrie stark genug ist, um dem Wettbewerb der amerikanischen Internetkonzerne standzuhalten. Allen voran Google erprobt seit längerem in großem Stil selbstfahrende Autos, doch 57 Prozent sind überzeugt, dass diese Konkurrenz den deutschen Konzernen nicht gefährlich werden kann.

TTIP wird herbeigesehnt

Immer dringlicher wünschen sich die Entscheider den Abschluss des Transatlantischen Freihandelsabkommens TTIP, über das die EU und die Vereinigten Staaten seit zwei Jahren verhandeln. Die Bedeutung des Abkommens, von dem sich beide Seiten große Wirtschaftsvorteile versprechen, hat zugenommen. Hielten vor einem Jahr 79 Prozent das Abkommen für wichtig, sind es nun schon 89 Prozent. Mehr als zwei Drittel sind optimistisch, dass der Abschluss gelingt, mehrheitlich wird ein ausgewogener Kompromiss erwartet. Noch wird allerdings gestritten, besonders erbittert über den Investorenschutz. Es geht darum, ob ausländische private Investoren ihre Gaststaaten vor privaten Schiedsgerichten verklagen können. Auch die deutschen Eliten sind hier gespalten. Während in der Umfrage 53 Prozent der Wirtschaftskräfte für den erweiterten Investorenschutz sind, sprechen sich Politik und Verwaltung klar dagegen aus (59/63 Prozent). Aus Sicht einer Mehrheit der Befragten selbst aus der Politik tut die Bundesregierung insgesamt zu wenig, um für das Abkommen zu werben und darüber zu informieren. Auch die Medien bekommen ihr Fett weg. Ihnen bescheinigen vier von fünf Befragten, eher negativ über das Vorhaben zu berichten.

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Das sind erste Ergebnisse des repräsentativen Elite-Panels. Wie die Spitzenkräfte den Zustand der großen Koalition und die Arbeit ihrer Minister zur Halbzeit dieser Legislaturperiode beurteilen, wird an diesem Mittwoch in Berlin vorgestellt. Das Panel, das seit 1987 erhoben wird, ist Europas exklusivste Umfrage. Die mehr als 300 Teilnehmer aus der Wirtschaft sind Geschäftsführer, Inhaber, Vorstände und Direktoren von Unternehmen mit mindestens 1000 Beschäftigten. Aus der Politik werden Minister- und Parlamentspräsidenten, Minister, Staatssekretäre und Fraktions- sowie Parteispitzen befragt, aus der Verwaltung Leiter von Bundes- und Landesbehörden sowie Abteilungsleiter der Ministerien.

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