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F.A.S. exklusiv : Der Kassen-Abrechnungsbetrug nimmt kein Ende

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Patienten kränker machen, als sie sind? Funktioniert anscheinend immer noch! Bild: dpa

Patienten kränker machen als sie sind und abkassieren: Noch immer können die Krankenkassen Abrechnungen manipulieren. Und das, obwohl die Gesetze verschärft wurden. Tricks mit chronisch Kranken machen’s möglich.

          Auch nach den jüngsten Gesetzesverschärfungen haben die Krankenkassen weiter die Möglichkeit, Abrechnungen zu manipulieren. So bekommen sie mehr Geld aus dem Gesundheitsfonds. Das geht aus einer Studie des renommierten Iges-Instituts hervor, die der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung vorliegt. Das Iges-Institut ist ein von Mitarbeitern der Technischen Universität Berlin gegründetes Forschungsinstiut. Die Studie in Auftrag gegeben hatten dort elf Krankenkassen, die sich zum Ziel gesetzt haben, den Abrechnungsbetrug künftig zu vermeiden.

          Haupteinfallstor für Schummeleien sind der Studie zufolge die Programme für chronisch Kranke. Darin bestünden Anreize, dass die Ärzte mehr Versicherte als nötig in diese Programme einschreiben, heißt es. Das würde den Kassen besonders hohe Einnahmen aus dem Gesundheitsfonds verschaffen. Auch die in den Praxen verwendete Software kann den Forschern zufolge weiterhin für Betrug missbraucht werden, weil die Gefahr bestehe, dass sie nicht ausreichend von den Aufsichtsbehörden kontrolliert werde.

          Um die Ärzte dazu zu bewegen, Krankheiten im Sinne der Kassen schwerer als angemessen einzustufen, werden ihnen finanzielle Anreize gewährt. Für solche Einstufungen – falsche und korrekte – haben die Kassen in den vergangenen drei Jahren rund eine Milliarde Euro bezahlt, hat das Iges errechnet.

          Die Studie des unabhängigen Instituts sollte neutral Vorwürfe prüfen, die der Chef der Techniker Krankenkasse, Jens Baas, im September an die ganze Branche erhoben hatte. In einem Interview mit der Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung hatte er gesagt, seine und die meisten anderen Krankenkassen würden die Ärzte mit Geldzahlungen ermuntern, die Patienten auf dem Papier kränker als tatsächlich zu machen, um mehr Geld aus dem Gesundheitsfonds zu erhalten. Das hatte eine wochenlange Diskussion und schließlich Gesetzesverschärfungen zur Folge, die gerade in Kraft getreten sind.

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