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Notenbank : EZB verschärft Strafzins für Banken

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Die Europäische Zentralbank hat ihre Geldpolitik ein weiteres Mal gelockert. Bild: Frank Röth

Die Europäische Zentralbank geht gegen die niedrige Inflation vor: Der Einlagenzins für Banken wird auf minus 0,3 Prozent herabgesetzt. Die umstrittenen Anleihekäufe will die EZB verlängern.

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          Die Europäische Zentralbank (EZB) hat ein weiteres Mal die Geldpolitik gelockert. Die Euro-Währungshüter beschlossen während ihrer Sitzung an diesem Donnerstag in Frankfurt, den sogenannten Einlagenzinssatz noch ein Stückchen tiefer in den negativen Bereich zu verschieben auf nun minus 0,3 Prozent. Den Leitzins beließen sie unverändert auf 0,05 Prozent.

          Zudem kündigte EZB-Präsident Mario Draghi am Nachmittag in Frankfurt an, dass das milliardenschwere Programm zum Kauf von Staatsanleihen und anderen Wertpapieren um ein halbes Jahr verlängert wird. Die Notenbank wolle bis mindestens Ende März 2017 monatlich 60 Milliarden Euro in den Markt pumpen.

          Bislang betrug der Einlagenzins, der gelegentlich als „Strafzins“ diskutiert wird, minus 0,2 Prozent - er bezieht auf das Geld der Geschäftsbanken auf ihren Konten bei der Notenbank. Im Vorfeld hatten viele Marktteilnehmer damit gerechnet, dass die Mannschaft um EZB-Präsident Mario Draghi ein weiteres Mal expansive Maßnahmen ergreift.

          Niedrige Inflation, niedriger Ölpreis

          Der oberste Euro-Notenbanker hatte in den vergangenen Monaten mehrfach signalisiert, dass die Notenbank mehr tun könnte und dabei sowohl die Zinsen erwähnt, als auch das laufende Anleihe-Kaufprogramm. Ob die Notenbanker dieses ausweiten werden, wird Draghi in der Pressekonferenz ab 14.30 Uhr erklären. Wahrscheinlich ist das, denn zugleich mit ihrer Zinsentscheidung teilte die Zentralbank mit, weitere Maßnahmen anzukündigen. An den Finanzmärkten legte der Euro nach der Ankündigung zu um gut 1 Prozent auf 1,07 Dollar.

          Hier sehen Sie die Pressekonferenz der EZB im Live-Stream:

          Die Teuerungsrate in der Währungsunion befindet sich schon seit vielen Monaten deutlich unterhalb des von der EZB avisierten mittelfristigen Zielwertes von nahe 2 Prozent. Tatsächlich liegt die Inflation knapp oberhalb der Null-Linie - was wesentlich an den deutlich gesunkenen Energiepreisen liegt.

          Letzteres ist auch ein Grund, warum sich beispielsweise Bundesbankpräsident Jens Weidmann unlängst gegen eine abermalige geldpolitische Lockerung ausgesprochen hat. Nicht nur er argumentiert, dass billigere Energie für sich genommen die Wirtschaft unterstützt. Die aus Deutschland stammende EZB-Direktorin Sabine Lautenschläger äußerte sich ebenfalls jüngst gegen noch niedrigere Zinsen.

          Während die Europäische Zentralbank die Geldpolitik abermals gelockert hat, dürfte die amerikanische Notenbank Federal Reserve in ihrer anstehenden Sitzung am 15. und 16. Dezember das Gegenteil tun: Zum ersten Mal seit rund einer Dekade dürfte sie die Leitzinsen in der größten Volkswirtschaft der Welt wieder anheben.

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