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EZB-Direktorium : Berlin und Paris beteuern Einigkeit

  • Aktualisiert am

Jörg Asmussen Bild: Gyarmaty, Jens

Deutschland und Frankreich demonstrierten in Brüssel Einigkeit. Den Eindruck einer Rangelei um die Besetzung der Posten im Direktorium der Europäischen Zentralbank wollten sie unbedingt vermeiden.

          Deutschland und Frankreich wollen nach eigenem Bekunden keinen Einfluss auf die Geschäftsverteilung im Direktorium der Europäischen Zentralbank (EZB) nehmen. Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) und sein französischer Amtskollege François Baroin beteuerten am Dienstagabend in einer gemeinsamen Stellungnahme in Brüssel, die Arbeitsverteilung im EZB-Direktorium sei allein die Sache von dessen Präsidenten Mario Draghi. Die Regierungen in Berlin und Paris respektierten voll und ganz die Unabhängigkeit der Zentralbank, hieß es in der Erklärung.

          Zuvor hatte Schäuble in Brüssel den deutschen Anspruch wiederholt, dass der bisherige Finanzstaatssekretär Jörg Asmussen die Funktion des EZB-Chefvolkswirts übernehmen solle, die bisher das deutsche Direktoriumsmitglied Jürgen Stark wahrnahm. Schäuble sagte, er halte Asmussen für den Besten für dieses Amt. Dieser sei ein „herausragender Ökonom“ mit internationaler Erfahrung.

          Zuvor hatte es Berichte über französische Bemühungen gegeben, den eigenen Kandidaten Benoît Coeuré für das Ressort Volkswirtschaft im Direktorium in Stellung zu bringen. Asmussen galt dafür lange als unumstrittener Anwärter. Man stuft ihn in Berlin als Nummer zwei im Finanzressort ein, während der Franzose als Nummer drei in seinem Haus gesehen wird. Die französische Regierung betont dagegen Coeurés Ruf als Ökonom.

          Die Euro-Finanzminister haben Coeuré am Montagabend in Brüssel offiziell als Nachfolger des Italieners Lorenzo Bini Smaghi für das EZB-Direktorium nominiert. Damit könnten die EU-Staats- und -Regierungschefs den Franzosen auf ihrem Gipfeltreffen in der kommenden Woche endgültig ernennen.

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