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EZB-Direktor Mersch sagt : Notenbank offen für EU-Register für faule Kredite

  • Aktualisiert am

Yves Mersch hat die EZB auch während der mündlichen Verhandlung über eine Entscheidung vor dem Verfassungsgericht in Karlsruhe vertreten. Bild: dpa

Die Banken in der Europäischen Union sitzen auf von Ausfall gefährdeten Darlehen in Höhe vieler Milliarden Euro. Ein Entscheider der Euro-Notenbank denkt nun laut über eine mögliche Lösung nach.

          Einer der führenden Geldpolitiker der Europäischen Währungsunion hat sich offen gezeigt für ein EU-weites Register für faule Kredite der Banken. Ein solches Berichtssystem zusammen mit Transparenzstandards sei eine Möglichkeit, wie das Problem der vielen notleidenden Darlehen angegangen werden könne, Yves Mersch, der Mitglied des sechsköpfigen Führungsteams der Europäischen Zentralbank (EZB) ist, während einer Veranstaltung in Frankfurt laut Redetext.

          „Aber wir müssen darauf achten, dass wir die Kreditgeber nicht über Gebühr stigmatisieren und die Vertraulichkeit angemessen respektieren.“ Geldhäuser in der Union ächzen insgesamt unter möglicherweise von einem Ausfall gefährdeten Darlehen in Höhe von ungefähr 900 Milliarden Euro.

          Mehr Transparenz und Standardisierung im Bereich der von Ausfall bedrohten Kredite könnten Mersch zufolge dabei helfen, einen Markt für solche Risiko-Darlehen zu schaffen. Die EU ringt schon lange mit einer Lösung für das Problem. Denn die notleidenden Kredite drücken nicht nur auf die Gewinne der Banken sondern bremsen Experten zufolge auch das Wirtschaftswachstum in der Ländergemeinschaft. Besonders beispielsweise für Italien gilt dies.

          Mersch kündigte zudem an, dass die EZB „in der nicht allzu ferner Zukunft“ die spezielle Rolle der so genannten ABS-Papiere im Rahmen des weiterreichenden Themas der Zukunft der Anleihenkäufe nach dem Jahr 2017 überprüfen will. Solche Hypotheken-Papiere sind ein wichtiger Bestandteil des viele Milliarden Euro umfassenden Wertpapier-Kaufprogramms der Währungshüter. Volkswirte gehen davon aus, dass die Euro-Notenbank im September oder spätestens im Oktober entscheiden wird, wie es mit den Wertpapierkäufen nach dem Jahresende weitergehen soll.

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