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Exportüberschüsse : Deutschland sollte sich taub stellen

Amerika kritisiert die deutschen Exportüberschüsse. Dahinter stehen krude Ideen einer Stärkung der Binnennachfrage, die schon viel Unheil angerichtet haben.

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          Die Amerikaner gelten als freiheitsliebende Verfechter einer freien Marktwirtschaft. Dieses Bild ist in vielem mehr Schein als Sein, doch im transatlantischen Vergleich steht Amerika schon mehr auf der Seite des Marktes als die Europäer. In einem aber lassen die Amerikaner jedes marktwirtschaftliche Denken vermissen und werden zu schrecklichen Merkantilisten: im Außenhandel.

          Wie eine fixe Idee verfolgt sie der Gedanke, dass Überschüsse des Exports über den Import schlecht sind – vor allem, wenn es um andere Länder geht und Amerika selbst seit Jahren Defizite aufweist. Dahinter stehen krude Ideen einer gesamtwirtschaftlichen Globalsteuerung und der Stärkung der Binnennachfrage, die schon viel Unheil angerichtet haben.

          Japan etwa gab Ende der achtziger Jahre dem amerikanischen Druck nach, die Binnenwirtschaft anzukurbeln – und stürzte sich mit der Immobilien- und Börsenblase in eine bis heute andauernde Wirtschaftskrise.

          Deutschland muss bei solchen Einflüsterungen aus Washington weiter auf taub stellen. Die Euro-Krise sähe weit schlimmer aus, hätten die Deutschen mit ihrem robusten Export den Euroraum nicht wirtschaftlich verankert.

          Patrick Welter

          Korrespondent für Wirtschaft und Politik in Japan mit Sitz in Tokio.

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