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Europäisches Parlament : Deutschland soll 86.000 Elektro-Tankstellen bauen

RWE ist der wichtigste Betreiber von Ladesäulen in Deutschland. Bild: dpa

Die Europäer werden nur für Elektro-Autos zu begeistern sein, wenn sie allerorten „tanken“ können, schätzt das EU-Parlament. Allein Deutschland soll deswegen 86.000 Ladestationen aufbauen in sieben Jahren.

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          Deutschland soll innerhalb von sieben Jahren mindestens 86.000 öffentlich zugängliche Ladestationen für Elektroautos aufbauen. Dafür hat sich der Verkehrsausschuss des EU-Parlaments in Brüssel ausgesprochen. In der EU soll es bis Ende 2020 rund 450.000 Ladestationen geben. Die EU-Kommission hatte fast doppelt so große Ausbauziele gefordert. Weiter sollen die Staaten grundsätzlich garantieren, dass die Entfernung von einer Wasserstoff-Tankstelle zur nächsten nicht größer als 300 Kilometer ist.

          Hendrik Kafsack
          Wirtschaftskorrespondent in Brüssel.

          Mit den Zielen will das Parlament die Umstellung der Wagenflotte auf Elektro-, Wasserstoff- und Hybridfahrzeuge vorantreiben. Ohne die nötige Infrastruktur werde es keine Nachfrage nach solchen Fahrzeuge geben. Ihr Anteil soll 2020 bei 3 Prozent der Neuzulassungen liegen.

          Heute gibt es in Deutschland rund 1500 öffentlich zugängliche Ladestationen. Die Zahl der klassischen Tankstellen beträgt 15.000, nur ein Promille davon bietet Wasserstoff an.

          Regierungsberater halten 150.000 Ladestationen für nötig

          Die Kosten für den Elektro-Tankstellenausbau sollen nach dem Votum weitgehend die Betreiber tragen. Die Staaten sollten sie aber etwa durch Steuervorteile unterstützen. Zudem soll ein einheitlicher Ladestecker dem Nebeneinander verschiedener Systeme ein Ende setzen. Ein französisches Elektrofahrzeug solle an einer deutschen Ladesäule betankt werden können, ohne dass zusätzliche Kosten für Adapter anfielen, sagte der SPD-Abgeordnete Ismail Ertug.

          Der Neuregelung muss noch der Ministerrat zustimmen. Die Bundesregierung hat sich bisher keine Ziele für den Ausbau der Ladestationen gesetzt. Berater der Bundesregierung halten hierzulande 150.000 Ladestationen für nötig.

          Unternehmen wollen Planungssicherheit

          Unterdessen kommt eine von einer Gruppe von Unternehmen, darunter Daimler, Volkswagen und Shell, in Auftrag gegebene Studie zu dem Ergebnis, dass die EU angesichts der geringen Zahl von Elektrofahrzeugen nicht auf Biokraftstoffe verzichten kann. Nur so könne sie den Treibhausgasausstoß im Verkehr bis zum Jahr 2050 um 60 Prozent senken. Die EU könne den Anteil von Biokraftstoff bis 2030 auf bis zu 15 Prozent steigern, sagte der Autor der Studie, Ausilio Bauen.

          Ein Drittel davon könnten dann fortschrittliche Biokraftstoffe ausmachen, die nicht aus Lebensmittelpflanzen gewonnen werden. Um das Ziel von 15 Prozent zu erreichen, müsse der Bioethanol-Anteil im Benzin bis 2025 auf 20 Prozent steigen, also E20 an die Stelle von E10 treten. Entscheidend sei, dass die EU den Unternehmen Planungssicherheit verschaffe, sagte Bauen. Parlament und Ministerrat ringen seit langem um eine Reform der Regeln für die umstrittenen Kraftstoffe.

          Klimaschützer kritisieren, dass die Nutzung klassischer Biokraftstoffe die Preise für Lebensmittel treibt und zur Rodung von Regenwald beiträgt. Das EU-Parlament will den Anteil dieser Biokraftstoffe am Verbrauch bis 2020 deshalb nur noch auf 6 Prozent steigern und neue Klimaauflagen erlassen. Heute liegt der Anteil bei 5 Prozent. Der Ministerrat will den Herstellern entgegengekommen. Hier zeichnet sich ein Votum gegen neue Klimaauflagen und für einen Anteil klassischer Biokraftstoffe von 7 Prozent am Verbrauch ab.

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