https://www.faz.net/-gqe-rqcu

Europäische Union : Mehr Rechte für Reisende

  • Aktualisiert am

Bei mehr als 60 Minuten gibt es Geld zurück Bild: dpa

Bahnreisende bekommen bei größeren Verspätungen künftig Geld zurück. Flugreisende können eine schwarzen Liste mit unsicheren Airlines einsehen. Nur der Führerschein wird in Europa noch nicht harmonisiert.

          2 Min.

          Bahn- und Flugreisende in der EU haben künftig mehr Rechte. Die EU-Verkehrsminister beschlossen am Montag in Brüssel, daß von kommendem Jahr an Bahnreisende mit grenzüberschreitender Verbindung bei größeren Verspätungen Anspruch auf Entschädigung haben. Zudem billigten die Minister die Einführung einer schwarzen Liste für unsichere Fluggesellschaften. Pauschalreisende haben zudem künftig das Recht zu erfahren, mit welcher Airline sie fliegen.

          Bahnreisende mit grenzüberschreitender Verbindung bekommen bei einer Verspätung bis zu zwei Stunden künftig 25 Prozent des Fahrpreises erstattet. Bei einer Verspätung von mehr als zwei Stunden wird die Hälfte des Fahrpreises zurückgezahlt. Der deutsche Ressortchef Wolfgang Tiefensee begrüßte die Einigung als Stärkung der Rechte der Verbraucher. Die Deutsche Bahn erstattet Reisenden im Fernverkehr bereits seit 1. Oktober freiwillig 20 Prozent der Kosten, wenn der Zug mehr als 60 Minuten Verspätung hat.

          Zudem verständigten sich die Minister darauf, den grenzüberschreitenden Personenfernverkehr der Bahn bis 2010 zu liberalisieren. Tiefensee erhofft sich davon verbesserte Leistungen der Bahn-Anbieter. Liberalisierungen seien „in der Regel zugunsten der Kunden“, sagte der SPD-Politiker. Der Minister warb dafür, in einem dritten Schritt auch den nationalen Personenverkehr zu liberalisieren. Von kommendem Jahr an wird bereits der grenzüberschreitende Güterverkehr auf der Schiene liberalisiert.

          In der Frage müssen die EU-Staaten aber noch eine Einigung mit dem Europäischen Parlament finden, das die Öffnung der Märkte für den Personenfernverkehr bereits bis 2008 will. Aus Protest gegen die Pläne riefen Bahngewerkschaften aus ganz Europa in der Brüsseler Innenstadt zu einer Demonstration auf. Der Vorsitzende der deutschen Bahngewerkschaft Transnet, Norbert Hansen, erklärte zu der geplanten Liberalisierung: „Wir befürchten dadurch massive Nachteile nicht nur für die Beschäftigten, sondern auch für die Kunden.“

          Keine Einigung auf EU-Führerschein

          Der EU-weit einheitlichen schwarzen Liste für unsichere Airlines hat das Europäische Parlament bereits zugestimmt, so daß sie bereits nächstes Jahr zur Anwendung kommen wird. Tiefensee betonte, der Schritt „trägt zur Verbesserung der Luftverkehrssicherheit in ganz Europa bei“. Die Liste soll öffentlich zugänglich sein. Bei einem Eintrag erhalten Airlines dann keine Start- und Landeerlaubnis in der EU mehr.
          Verwaltet wird die Liste von der EU-Kommission, die auch regelmäßig überprüft, ob eine Airline wieder gestrichen werden kann. Zudem haben Pauschalreisende künftig das Recht zu wissen, mit welcher Fluggesellschaft sie fliegen. Kommt eine Fluggesellschaft nach der Buchung auf die Liste, haben Reisende ein Anrecht auf Entschädigung. Tiefensee betonte, auch dies „verbessert den Verbraucherschutz“.

          Keine Einigung gibt es nach wie vor in der Frage, ob ein EU-weit einheitlicher Führerschein im Straßenverkehr eingeführt werden soll. Deutschland stimmte wegen des vorgesehenen Zwangsumtauschs abermals gegen den Vorschlag. Zusammen mit Frankreich, Polen, Österreich und Dänemark konnte die Bundesregierung einen Beschluß verhindern. Tiefensee sagte, Deutschland sei für den Führerschein, dies müsse aber vernünftig geregelt werden.

          Weitere Themen

          Essen auf Rädern ist abgefahren

          Foodtrucks : Essen auf Rädern ist abgefahren

          Das hessische Familienunternehmen Roka baut Kleintransporter zu trendigen Foodtrucks um – für Gastronomen und Gründer, aber auch für bekannte Unternehmen.

          In Phuket stehen die Hotels leer Video-Seite öffnen

          Tote Hose im Paradies : In Phuket stehen die Hotels leer

          Weil immer weniger Chinesen auf Phuket Urlaub machen, stehen die Hotelzimmer auf der thailändischen Ferieninsel leer. Das wiederum macht die Region billiger für Reisende.

          Topmeldungen

          Bernie Sanders ist zurück – und fühlt sich bereit für das Präsidentenamt.

          Bernie Sanders in New York : „Ich bin wieder da!“

          Bei seiner ersten Wahlkampfveranstaltung nach seinem Herzinfarkt bricht Bernie Sanders Besucherrekorde. In New York ist auch seine bislang wichtigste Unterstützerin dabei.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.