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EU prüft : Freiberufler im Visier

  • -Aktualisiert am

Europa sollte Deutschland nicht die Erlaubnis aufzwingen, Kanzleien an fremde Kapitalgeber zu verkaufen. Wäre ein Steuerberater Diener eines Versicherers, müssten Mandanten an seiner Neutralität zweifeln.

          Brüssel rührt an der Urangst deutscher Freiberufler: Die EU-Kommission hat einige hergebrachte Standesregeln aufgespießt, die aus ihrer Sicht nicht mehr in ein Europa ohne Staatsgrenzen für Dienstleistungen und Investoren passen. Auch wenn sich die Bundesregierung zunächst nur für die Regulierung von Steuerberatern, Tierärzten und Architekten rechtfertigen soll, fühlen sich auch Ärzte oder Anwälte bedroht.

          In einigen Punkten zeichnet sich in Berlin ein taktisches Nachgeben ab. So könnte man ausländische Anbieter von den Mindestgebühren ausnehmen, die Steuerberater von ihren Kunden nehmen müssen. Warum nur diese? Wenn deutsche Berater wirklich höhere Qualitätsstandards erfüllen, werden sie den Preiswettbewerb auch bestehen.

          Nicht aufzwingen sollte Europa dagegen Deutschland die Erlaubnis, Kanzleien und Praxen an fremde Kapitalgeber zu verkaufen. Wäre ein Steuerberater Diener einer Versicherung oder eines Finanzanbieters, müssten die Mandanten an der Neutralität seines Rates zweifeln. Wie aktuell diese Diskussion ist, zeigt das Beispiel Englands: Zum Schrecken der deutschen Anwaltsbranche hat sich dort soeben die erste Kanzlei an der Börse notieren lassen.

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