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Niedrige Preise : EU-Kommission spielt Milchkrise herunter

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Deutsche Milchbauern fordern Hilfen der EU Bild: dpa

Die Bauern in Deutschland, Frankreich und Großbritannien fordern wegen der niedrigen Milchpreise EU-Hilfen. Die aber benötigen nach Ansicht von Agrarkommissar Hogan ganz andere.

          EU-Agrarkommissar Phil Hogan hat den europäischen Bauern angesichts der niedrigen Milchpreise Soforthilfen in Aussicht gestellt. Den Forderungen der deutschen Landwirte nach Hilfen in dreistelliger Millionenhöhe erteilte der Ire am Mittwoch in Brüssel aber eine klare Absage. Die aktuelle Krise treffe vor allem die baltischen Staaten und die anderen neuen Mitgliedstaaten, sagte Hogan. Dort seien die Produktionskosten höher als das Preisniveau. Die Hilfen müssten sich entsprechend auf diese Länder konzentrieren.

          Auf welchem Wege Hogan den Bauern helfen will und wie viel Geld die EU bereitstellen kann, ließ er offen. Details werde er erst nennen, wenn er mit allen Ressortchefs der Mitgliedsländer gesprochen habe, sagte er. Die EU-Agrarminister wollen am 7. September bei einem Sondertreffen über die Krise beraten.

          Bauern produzieren mehr Milch

          Die Einnahmen aus der sogenannten Superabgabe von 900 Millionen Euro stehen nach Aussage von Hogan nicht für die Milchbauern zur Verfügung. Das Geld sei größtenteils schon im Haushalt verplant. Die Superabgabe mussten bis zur Abschaffung der Milchquote im Frühjahr die Bauern zahlen, die mehr als erlaubt produzierten. Der Deutsche Bauernverband hatte gefordert, mit dem Geld die Milchmenge zu reduzieren.

          Wegen eines Überangebots an Milch kostet der billigste Liter in den Supermärkten momentan nur noch 55 Cent, die Bauern erhalten davon rund 27 Cent. Vor einem Jahr bekamen sie noch beinahe 40 Cent je Liter.

          EU zahlt schon Milliarden an Landwirte

          Hogan machte für den aktuellen Preisrückgang am Milchmarkt die Russland-Sanktionen und den Nachfragerückgang in China verantwortlich. Zugleich sei die Milchproduktion in der EU seit dem vergangenen Jahr um 4,5 Prozent gestiegen. Er sage damit nicht, dass die Bauern selbst an der Krise Schuld seien, sagte Hogan. Andererseits stelle die EU den Bauern schon 56 Milliarden Euro im Jahr zur Verfügung, um sich stärker an die Gegebenheiten der Märkte anzupassen.

          Für die niedrigen Erzeugerpreise in Frankreich machte Hogan strukturelle Defizite verantwortlich. Die Supermarktketten drückten die Preise. Dagegen müsse Frankreich selbst, nicht die EU vorgehen. Die Milchpreise in den Supermärkten seien dort im Juni sogar gestiegen.

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