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Erneuerbare Energien : Ökostrom kostet Verbraucher 225 Milliarden Euro

  • -Aktualisiert am

Bis 2030 kostet der Ökostrom die Kunden 225 Milliarden Euro Bild: dapd

Zwischen 2012 und 2030 wird der Ökostrom die Kunden mit zusätzlichen 175 Milliarden Euro belasten. Damit dürfte die seit 1990 praktizierte Förderung der Ökostromerzeugung die deutschen Verbraucher an die 225 Milliarden Euro kosten.

          Die Förderung der Stromerzeugung durch erneuerbare Energien wird die Stromkunden zwischen 2012 und 2030 zusätzlich 175 Milliarden Euro kosten. Den Betrag nennt das Bundesumweltministerium in seinem Erfahrungsbericht zum Fördergesetz für Erneuerbare Energien (EEG). Damit dürfte die seit 1990 praktizierte Förderung der Ökostromerzeugung die deutschen Verbraucher an die 225 Milliarden Euro kosten. Seit 2000 wurden knapp 50 Milliarden Euro Förderkosten auf den Strompreis umgelegt.

          Andreas Mihm

          Wirtschaftskorrespondent in Berlin.

          Nicht enthalten sind darin die Kosten, die für den Ausbau des Stromnetzes anfallen, damit Ökostrom aus dem Norden und Osten in die Verbrauchszentren transportiert und verteilt werden kann. Nach Branchenangaben ist dafür ein mittelgroßer zweistelliger Milliardenbetrag nötig, der auf den Strompreis umgelegt wird.

          Umlagenhöhe soll sich stabiliseren

          Trotz der im EEG-Erfahrungsbericht vorgeschlagenen Kürzungen steigen die Förderkosten bis 2030. „Kumuliert über den Zeitraum 2012 bis 2030, liegen die EEG-Differenzkosten durch die empfohlenen Änderungen mit insgesamt 175 Milliarden Euro um rund 4 Milliarden Euro höher, als unter dem geltenden EEG zu erwarten wäre“, heißt es. Grund ist unter anderem der starke Anlagenausbau.

          Seit 2000 ist die Umlagenhöhe stetig gestiegen: Bis 2015 soll sie sich nun stabilisieren und danach langsam sinken

          Differenzkosten sind der Betrag, den die Stromkunden für den Ökostrom zu zahlen haben, ob sie ihn beziehen oder nicht. Dahinter steht folgender Mechanismus: Die Erzeuger speisen ihren Strom in das Netz ein; der Netzbetreiber verkauft ihn tagesaktuell an der Strombörse. Den Verkaufspreis rechnet er gegen die gezahlte Einspeisevergütung auf, und die Differenz stellt er den Verbrauchern in Rechnung. Aktuell sind das 3,5 Cent je Kilowattstunde. Sie dürften sich 2011 auf 13 Milliarden Euro summieren. Die Höhe der Umlage soll sich bis 2015 wenig verändern und dann langsam sinken.

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