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Entwicklungshilfe : G-8-Staaten helfen Kindern

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Der britische Premierminister David Cameron und Bundeskanzlerin Angela Merkel am runden Tisch in Huntsville Bild: ddp

Das greifbarste Ergebnis des G 8-Gipfels in Kanada ist ein entwicklungspolitisches: Die G 8 wollen mit fünf Milliarden Dollar die Kindersterblichkeit vermindern und zur Gesundheit von Schwangeren und Müttern beitragen. Der deutsch-amerikanische Streit über die Sparpolitik brach dagegen gar nicht erst auf.

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          Die Staaten der G 8 wollen mit fünf Milliarden Dollar die Kindersterblichkeit vermindern und die Gesundheitsbedingungen von Schwangeren und Müttern verbessern. Die Stiftung von Bill Gates gab 1,5 Milliarden Dollar. Weitere 800 Millionen sagten Länder wie die Niederlande, Norwegen, Südkorea, Spanien oder die Schweiz zu.

          Kanada und die Vereinigten Staaten stellen den Löwenanteil. Deutschland zahlt 503 Millionen Dollar. Das ist das greifbarste Ergebnis des G-8-Gipfels in Kanada, der am Samstag in Huntsville zu Ende ging. Ihm schloss sich nahtlos das G-20-Treffen der großen Industriestaaten und wichtiger Schwellenländer an.

          Harper: Sehr vorsichtiges Vorgehen

          Der kanadische Ministerpräsident Stephen Harper sagte, die Regierungen seien wegen der schwierigen finanziellen Lage sehr vorsichtig gewesen. Es handele sich bei den zugesagten Mitteln um „frisches Geld“.

          G-20-Gipfel : Strenge Sicherheitsvorkehrungen in Toronto

          Hilfsorganisationen reagierten gleichwohl skeptisch. „Die Wahrheit ist, dass bei gleich bleibenden Entwicklungshilfebudgets jedes ,neue‘ Geld für die Initiative gegen Kinder- und Müttersterblichkeit aus anderen Entwicklungshilfebereichen wie Bildung und Ernährungssicherung abgezogen werden muss“, warnte Jörn Kalinski von Oxfam.

          Obama will Amerika-Afrika-Gipfel

          Der amerikanische Präsident Barack Obama will sich zudem mehr für die politische Zukunft Schwarzafrikas engagieren. 50 Jahre nach Beginn der Unabhängigkeitswelle plant er in Washington einen amerikanisch-afrikanischen Gipfel. An der Veranstaltung Anfang August sollen auch „junge politische Führer Afrikas dabei sein, um über die politische Zukunft zu diskutieren“, sagte Obama beim Treffen der G-8-Staaten.

          „Ich bin im August 49 Jahre alt“, sagte der erste schwarze Präsident Amerikas nach Angaben von Regierungsbeamten. Sein Vater, ein kenianischer Student, habe zur ersten Generation von Afrikanern gehört, die nach der Unabhängigkeit in die Vereinigten Staaten gekommen sei. „Es gab viele Enttäuschungen, viele Frustrationen.“ Die schwarzafrikanische Unabhängigkeitswelle begann 1957 mit Ghana. Die meisten Kolonien wurden aber 1960 und in den folgenden Jahren von ihren „Mutterländern“ Großbritannien, Frankreich und Belgien in die politische Selbstständigkeit entlassen.

          Merkel blitzt mit Forderungen nach Finanztransaktionssteuer ab

          Der Konflikt, ob Länder mit Handelsbilanzüberschüssen wie Deutschland und Japan mehr für die Wirtschaftsankurbelung tun sollten, brach in den G-8-Gesprächen nicht auf. Washington dringt darauf, dass der Ausstieg aus der expansiven Fiskalpolitik vorsichtig vonstatten gehen solle. Deutschland setzt dagegen auf Haushaltskonsolidierung. „Die Diskussion war nicht kontrovers, und sie war von gegenseitigem großen Verständnis geprägt“, hob Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hervor. Sie zeigte sich enttäuscht darüber, dass Bankenabgabe und Finanztransaktionssteuer nicht machbar seien (siehe auch: G-8-Gipfel: Merkel blitzt mit Steuerforderungen ab).

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