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Entwicklungshilfe für China : Deutschland - ein Drachenfütterer

Chinesischer Drache - füttern verboten? Bild: picture-alliance / dpa/dpaweb

Noch immer erhält China von der Regierung in Berlin Geld aus dem Entwicklungstopf. Damit unterstützt der deutsche Steuerzahler ein Land, das genug Geld hat, um sich die notwendigen Berater und Projekte selbst zu leisten. Manfred Schäfers kommentiert.

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          Deutschland füttert den Drachen, den es fürchtet. Noch immer erhält China von der Regierung in Berlin Geld aus dem Entwicklungstopf - ein Land, das auf Devisenreserven von gut 1,3 Billionen Dollar sitzt. Gleichzeitig diskutiert dieselbe Koalition, ob sie nicht einen Abwehrzaun an den deutschen Grenzen hochziehen sollte, um deutsche Unternehmen vor renditehungrigen und Einfluss suchenden Staatsfonds aus dem Osten schützen zu können.

          Diese Schizophrenie zeigt, wie schwer sich Schwarz-Rot mit dem riesigen Reich tut. Tatsächlich ist es nicht leicht, die Volksrepublik richtig einzuordnen. Einerseits ist sie eine der größten Volkswirtschaften der Welt. Sie wird Deutschland in Kürze als Exportweltmeister ablösen, und sie tritt zunehmend selbst als Geber in Afrika auf, um ihre Rohstoffinteressen zu sichern.

          Noch immer rückständig

          Andererseits verdeckt das Glitzern der aufstrebenden Industriezone, die sich vornehmlich auf die Küstenregion beschränkt, dass ein großer Teil Chinas immer noch rückständig ist und die Menschen dort arm sind. Die kommunistische Führung steht daher vor einer riesigen Aufgabe.

          Rat und Tat soll sie dazu gerne aus Deutschland erhalten - wenn sie dafür zahlt. Es ist nicht einzusehen, dass der deutsche Steuerzahler ein Land unterstützt, das genug Geld auf der Seite hat, um sich die notwendigen Berater und Projekte selbst leisten zu können.

          Manfred Schäfers

          Wirtschaftskorrespondent in Berlin.

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