https://www.faz.net/-gqe-7imz8

Energiewende : Weitere 1500 Unternehmen wollen nicht mehr für Stromnetz zahlen

  • Aktualisiert am

Stromleitung in Mecklenburg-Vorpommern Bild: dpa

Immer mehr Unternehmen wollen sich von den Entgelten für die Stromnetze ganz oder teilweise befreien lassen. Für die ausfallenden Beiträge müssen dann andere aufkommen.

          1 Min.

          Dieses Jahr stellten schon mehr als 1500 Firmen einen Antrag auf Befreiung von den Gebühren, wie aus der am Montag veröffentlichten Antwort der Bundesregierung auf eine kleine Anfrage der Grünen hervorgeht. Die Anträge kommen zu den tausenden schon bestehenden Befreiungen hinzu.

          Die Netzentgelte machen etwa ein Fünftel des Strompreises aus und dienen zur Finanzierung des Betriebs und des Ausbaus der Stromnetze. Firmen, die besonders viel Energie verbrauchen oder diese vor allem an Tagesrandzeiten nutzen, können sich aber davon ganz oder teilweise befreien lassen. Nach Angaben der Grünen wurden für dieses Jahr Nachlässe für die Nutzung der Stromnetze im Umfang von 805
           Millionen Euro gewährt, davon entfielen 642 Millionen Euro auf Großverbraucher.

          Die schwarz-gelbe Koalition hatte den Kreis dieser Firmen und die Möglichkeiten zur Entlastung 2011 deutlich ausgeweitet. Für die ausfallenden Beiträge müssen die andere Stromverbraucher - also Privatkunden und kleinere Firmen - aufkommen.

          2011 und 2012 hatten knapp 4400 Unternehmen eine Befreiung von den Netzentgelten beantragt. Genehmigt wurden dies bislang in gut 2300 Fällen, mehr als 1700 Verfahren sind noch offen. In knapp 400 Fällen wurden die Antragsverfahren eingestellt.

          Oft gelten einmal beschiedene Ausnahmen über mehrere Jahre. Umstritten ist, dass bei atypischen Netznutzungen unter anderem auch ein Golfclub sowie Mastställe, Schlachtereien, Autohäuser und etwa der Berliner Friedrichstadtpalast begünstigt werden.

          Um die ganzen Ausnahmen zu finanzieren, wurde eine Sonderumlage eingeführt: Jeder Bürger muss in diesem Jahr 0,329 Cent pro
          Kilowattstunde (kWh) zahlen. Pro Jahr macht das bei einem durchschnittlichen Jahresverbrauch von 3500 kWh rund 11,50 Euro aus.
          Für 2014 wird ein weiterer Anstieg dieser Sonderumlage erwartet.

          Die Grünen wollen die Ausnahmen deutlich zurückschrauben. Sie argumentieren, ermäßigte Entgelte etwa für Golfplätze, Autohäuser und Hähnchenmäster seien wirtschaftlich nicht zu rechtfertigen.

          Weitere Themen

          Die wild Entschlossenen in der EU

          FAZ Plus Artikel: Standpunkt : Die wild Entschlossenen in der EU

          Alle bisherigen Krisen in der EU verliefen in ähnlichen Kurven: Krise, Problemdruck, Lernprozess, Lösung. Warum gelingt es nicht, diese Routine ein weiteres Mal umzusetzen? Unser Autor gibt Antworten.

          Daimler schließt Milliarden-Vergleiche in Amerika Video-Seite öffnen

          Dieselskandal : Daimler schließt Milliarden-Vergleiche in Amerika

          Der Autobauer Daimler will in den Vereinigten Staaten mit mehr als zwei Milliarden Dollar Streitigkeiten im Dieselskandal beilegen. Für Vergleiche mit mehreren amerikanischen Behörden werden nach Konzernangaben rund 1,5 Milliarden Dollar fällig, für die Beilegung einer Sammelklage von Verbrauchern etwa 700 Millionen Dollar.

          Topmeldungen

          Präsident Wladimir Putin nimmt am Freitag von seiner Residenz Nowo-Ogarjowo aus an einer Kabinettssitzung teil.

          Proteste in Belarus : Droht eine Intervention Moskaus?

          Für den Kreml ist die Lage in Belarus ambivalent – das zeigen auch die Reaktionen aus Moskau. Die große Frage ist, was Putin macht, wenn Lukaschenka ernstlich gefährdet ist.
          Ermittlungen: Apotheker und Ärzte werfen dem Angeklagten vor, Verfahren gegen sie aufgebläht zu haben (Symbolbild).

          Frankfurter Korruptionsaffäre : Mediziner erheben schwere Vorwürfe

          In der Korruptionsaffäre um einen Frankfurter Oberstaatsanwalt sollen Ermittlungen nur geführt worden sein, um Geld zu generieren. Das könnte sich noch zu einem weitaus größeren Skandal auswachsen.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.