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Energiewende : Studie: Ohne neue Trassen wird Strom im Süden teurer

  • Aktualisiert am

Stromtrasse durch den Thüringer Wald Bild: dpa

Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer stellt sich gegen den Bau neuer Stromleitungen vom Norden in den Süden. Eine Studie im Auftrag der EU sagt nun: Das könnte für den Süden teuer werden.

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          In Bayern und Baden-Württemberg drohen Verbrauchern angeblich bis zu zehn Prozent höhere Strompreise als im Norden der Republik. Dies gehe aus einer Studie im Auftrag der EU-Kommission hervor, schreibt das Magazin „Der Spiegel“. Für die Studie untersuchten Strommarktexperten, welche Auswirkung eine Teilung des deutschen Elektrizitätsmarkts in eine nördliche und eine südliche Preiszone haben würde. Zu dieser Trennung werde die EU-Kommission Deutschland womöglich drängen, wenn die beiden geplanten Trassen, die Windstrom vom Norden in den Süden leiten sollen, nicht gebaut werden.

          Versorgungsengpässe insbesondere in Bayern verursachen schon heute laut „Spiegel“ Kosten in dreistelliger Millionenhöhe, die bislang Stromkunden bundesweit mittrügen. Diese Situation werde sich durch die Abschaltung von drei bayerischen Atomkraftwerken bis 2022 verschärfen.

          Bild: dpa

          Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) hatte vor wenigen Tagen den Bau der Stromtrassen generell infrage gestellt. Die Befürchtungen, die Lichter würden ohne Netzausbau ausgehen, seien alle so nicht eingetroffen, erklärte Seehofer. Die Pläne müssten daher grundlegend überdacht werden. Seehofer droht damit die Energiewende-Planung von Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) zu torpedieren.

          Baden-Württembergs Umweltminister Untersteller zornig auf Seehofer

          Die Süd-Bundesländer sind in der Sache uneins: Baden-Württembergs Umweltminister Franz Untersteller (Grüne) reagierte ungehalten über Seehofers Einwände: Er sei nicht gewillt, unter dem Vorwand der Versorgungssicherheit wieder eine Debatte über die Laufzeitverlängerung von Atomkraftwerken zu führen, sagte der Grünen-Politiker. Auch werde er nicht tatenlos zusehen, wie Deutschlands Strommarkt in zwei Teile Nord und Süd zerfällt. Seehofer mache Politik gegen sein Land, wenn er die Netze infrage stelle.

          Den ursprünglichen Planungen zufolge sollen zwei neue Leitungen aus dem Norden Bayern mit Strom aus erneuerbaren Energien versorgen. Die eine, Suedlink genannt, ist 800 Kilometer lang und führt von der Küste nach Grafenrheinfeld. Sie galt bislang als akzeptiert von den Bayern. Die zweite Trasse sollte von Lauchstädt in Sachsen-Anhalt in die Nähe von Augsburg führen. Diesen Verlauf hatte Seehofer auch schon bisher kategorisch abgelehnt.

          Der Chef der Deutschen Energie-Agentur, Stephan Kohler, warnte im „Focus“: „Kommen die Stromtrassen nach Bayern nicht, dann müssten die Länder im Norden sofort aufhören, neue Windkraftanlagen zu installieren.“

          Die Ankündigung Seehofers, statt auf importierten Windstrom auf eigene Gaskraftwerke zu setzen, sei unrealistisch. Neue Gaskraftwerke rechneten sich zurzeit nur mit Subventionen. „Dann hätten wir einen gespaltenen Energiemarkt“, so Kohler. „In Bayern wäre der Strom teurer als im Norden, wo Überfluss herrscht.“

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