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Energiewende in Deutschland : Zweifelhafte Hilfen

Gabriels Braunkohle-Plan ist falsch. Denn die Kraftwerke können nicht flexibel hochgefahren werden. Hoffentlich stoppt die EU-Kommission diese Idee.

          Der steigende Ökostromanteil am Verbrauch ist eine Herausforderung für die EU-Staaten. Der Wind bläst nicht immer, und die Sonne scheint - wie der beginnende Herbst in Erinnerung ruft - nicht stetig. Die Ökostromproduktion schwankt.

          Damit es immer genug Strom gibt, brauchen die Staaten Reservekraftwerke - zumindest bis der Strom in der EU frei von Nord nach Süd, von West nach Ost fließen und so Engpässe ausgleichen kann. Schließlich herrschen nie überall zugleich Flaute und Schatten. Da sich das reine Bereithalten der Kraftwerke für die Betreiber nicht lohnt, führt an - begrenzten - Hilfen kein Weg vorbei.

          Die Braunkohlekraftwerke, wie es Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel plant, zur Reserve zu machen ist aber der falsche Weg: Sie können nicht flexibel hochgefahren werden. Sie stehen im Norden, Engpässe gibt es eher im Süden. Und es gibt mit Gaskraftwerken eine bessere Option.

          Es bleibt deshalb zu hoffen, dass die EU-Kommission, wie nun erwogen, die Hilfen für die Braunkohlereserve stoppt. Zur Versorgungssicherheit leisten sie keinen Beitrag. Sie haben nur einen Zweck: die Betreiber für die klimapolitisch gewünschte Stilllegung der Kraftwerke zu entschädigen.

          Hendrik Kafsack

          Wirtschaftskorrespondent in Brüssel.

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