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Energie : Immer mehr Stromkunden wechseln

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Die Zahl der Stromanbieter steigt weiter Bild: ddp

Wegen der steigenden Strompreise haben im vergangenen Jahr etwa 1,3 Millionen Kunden ihren Anbieter gewechselt. Das waren doppelt so viele wie noch im Jahr 2006. „Es ist eine große Dynamik in Gang gekommen“, sagt der Präsident der Bundesnetzagentur Matthias Kurth in Bonn.

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          Über die Preispolitik der großen Stromkonzerne verärgerte Kunden suchen sich immer häufiger einen neuen Anbieter. Der Präsident der Bundesnetzagentur, Matthias Kurth, sagte am Mittwoch in Bonn, er rechne für 2007 mit einer Verdoppelung der Wechselzahlen. „Wechselten 2006 rund 600.000 Haushaltskunden ihren Stromanbieter, kann für das Jahr 2007 mit 1,3 Millionen Lieferantenwechseln gerechnet werden“, sagte Kurth.

          Besorgnis ließ der Behördenchef hinsichtlich der Versorgungssicherheit erkennen. Aus den Berichten der Betreiber sei ein erheblicher Ausbaubedarf für das deutsche Übertragungsnetz ersichtlich. Da sich für verschiedene Leitungsbauprojekte bereits Verzögerungen angedeutet hätten, fordere die Bundesnetzagentur seit Ende des Jahres 2006 vierteljährliche Berichte über den Ausbaustand und die Gründe für Verzögerungen an.

          Bundesnetzagentur besorgt über Zustand der Leitungen

          Über den Zustand der Überlandleitungen in Deutschland hat sich die Bundesnetzagentur besorgt gezeigt. „Bereits jetzt belasten Windkraftanlagen und auch der europaweite Stromhandel die Stromnetze“, sagte Behörden-Präsident Matthias Kurth am Mittwoch in Bonn. Er kündigte an, dass seine Behörde den Problemen um den Netzausbau und der Netzsicherheit Priorität einräumen werde.

          Der Ausbau und die Erneuerung der deutschen Überlandleitungen wird nach Angaben der Unternehmen - RWE, Vattenfall, EnBW - durch langjährige Genehmigungsverfahren verzögert. Dabei sind die Investitionen nötig, um Engpässe beim Im- und Export an den Landesgrenzen zu beseitigen und auf den Ausbau der Windenergie zu reagieren. Durch den Bau von Windkraftanlagen muss in einigen Gebieten die Netzleistung erhöht werden. Die Lage wird sich durch die Errichtung von Windparks auf Hoher See verschärfen.

          Kurth hält Ausfälle für denkbar: Bei Trockenperioden und einer Windknappheit könnten die Strommengen nicht mehr ausreichen und die Stromversorgung zusammenbrechen, sagte er. Bereits heute gebe es Engpässe. Der Behördenchef hielt sich bedeckt zu den Plänen von Marktführer Eon, die Überlandleitungen zu verkaufen. Er räumte aber ein, von verschiedenen Investoren angesprochen worden zu sein. Namen nannte er nicht. Als mögliche Bieter gelten Finanzinvestoren, die sich auf Infrastruktur-Projekte konzentriert haben.

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