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Energie : Gasprom will Pipeline-Zugang nach Großbritannien

  • Aktualisiert am

Über die Niederlande nach Großbritannien: Alexej Miller Bild: picture-alliance/ dpa/dpaweb

Der russische Gas-Monopolist plant, Anteile an der Ostsee-Pipeline nach Deutschland an das niederländische Unternehmen Gasunie zu veräußern. Als Gegenleistung will Gasprom Anteile an einer Pipeline der Niederländer nach Großbritannien.

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          Der russische Monopolist Gasprom will Anteile an seiner Ostsee-Gas-Pipeline nach Deutschland an das niederländische Unternehmen Gasunie veräußern. Im Gegenzug erhalte Gasprom Anteile an einer neuen Pipeline der Niederländer nach Großbritannien, teilte der weltgrößte Gaskonzern am Dienstag bei einem internationalen Branchentreffen in Amsterdam mit. Darauf hätten sich die Unternehmen im Grundsatz verständigt.

          Nach der Vereinbarung würde Gasunie Teilhaber des sechs Milliarden Dollar schweren Pipeline-Projekts werden, mit dem Gasprom von 2010 an Gas unter der Ostsee hindurch nach Deutschland liefern will. An dem Projekt sind auch Eon und BASF beteiligt. Eon baut auch zusammen mit Gasunie die Pipeline unter der Nordsee nach Großbritannien, an der sich nun Gasprom beteiligen will.

          Umgehung britischer Widerstände

          Der weltgrößte Gaskonzern und Hauptlieferant für Deutschland könnte so mögliche Widerstände der Regierung in London gegen eine Expansion nach Großbritannien umgehen. Britische Medien hatten über Bedenken der britischen Regierung gegen ein zuvor geplantes Übernahmeangebot von Gasprom an die britische Firma Centrica berichtet. „Großbritannien ist ein sehr interessanter Markt“, sagte Gasprom-Chef Alexej Miller am Dienstag. Sowohl strategische Partnerschaften als auch die Übernahme von Kapital seien dort denkbar.

          Die Expansionspläne von Gasprom hatten in Europa Bedenken ausgelöst, seit Rußland Anfang des Jahres in einem Preisstreit mit der Ukraine seine Gaslieferungen an das Nachbarland vorübergehend eingestellt hatte. Von dem Exportstopp mitten im Winter waren kurzzeitig auch einige westeuropäische Länder betroffen: In ihren Leitungen kam weniger Gas an, als mit Gasprom vereinbart.

          Gazprom vor gesetzlicher Zementierung der Monopolstellung

          In Rußland wurde unterdessen eine Gesetzesänderung vorbereitet, die Gasprom das alleinige Recht auf Gas-Exporte sichern könnte. Das russische Parlament soll noch im Juni über eine entsprechende Vorlage entscheiden, die der Nachrichtenagentur Reuters seit Dienstag vorliegt. So sollten Konkurrenzkämpfe russischer Firmen im Ausland vermieden werden, die zu einem deutlichen Rückgang der Exportpreise führen könnten, heißt es in dem Entwurf.

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